„Die Rahmenbedingungen in unserem Land und in Europa haben sich so verändert, dass ein vollständiger Ausstieg aus der Kernenergie im Jahr 2025 nicht mehr zu rechtfertigen ist“, heißt es in dem Schreiben. Die Verbände betonen darin die Risiken, die ein vollständiger Ausstieg aus der Atomenergie im Jahr 2025 für die Versorgungssicherheit und das Energiepreisniveau mit sich bringen und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen erhöhen würde.
„Wir brauchen jetzt Gewissheit. Keine Abenteuer. Und diese Sicherheit wird am besten dadurch gewährleistet, dass zwei Reaktoren länger in Betrieb bleiben und der Fördermechanismus für den Bau von Gaskraftwerken (CRM) fortgesetzt wird. Wir können es uns nicht leisten, dass nach 2025 die Lichter ausgehen oder dass Unternehmen ohne Strom dastehen werden. Deshalb brauchen wir einen Plan A und einen Plan B“, wird Voka-Geschäftsführer Hans Maertens in „De Tijd“ zitiert.
„Wir sehen, dass die russische Gaspolitik einen starken Einfluss auf die verfügbaren Gasmengen und auf die Marktpreise hat“, so Maertens. Außerdem stelle sich die Frage, ob die Gaskraftwerke rechtzeitig gebaut werden können. „Die geplanten Gaskraftwerke, die die Kernkraft ersetzen sollen, stehen vor unsicheren Genehmigungsverfahren.“
Durch den Appell wächst der Druck auf die Föderalregierung um Premier Alexander De Croo (Open VLD), die Kernkraftwerke länger am Netz zu halten als eigentlich geplant. Am 18. März wollen die Politiker ein letztes Mal über eine mögliche Verlängerung der beiden besagten Atomreaktoren beraten. Aus Arbeitgeberkreisen heißt es, dass vor allem die flämischen Liberalen zunehmend daran zweifeln, ob der Atomausstieg die richtige Entscheidung ist. (belga/calü)
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