Kammerausschuss gibt grünes Licht: Impfstart in Apotheken rückt näher

<p>Die Apotheker könnten in Zukunft dem Pflegepersonal unter die Arme greifen, die zahlreichen Corona-Impfungen durchzuführen.</p>
Die Apotheker könnten in Zukunft dem Pflegepersonal unter die Arme greifen, die zahlreichen Corona-Impfungen durchzuführen. | Illustrationsbild: belga

Der betreffende Entwurf sieht vor, dass Apotheker Impfstoffe gegen das Coronavirus verschreiben und verabreichen dürfen, erklärte Vandenbroucke letzte Woche in der Kammer. Die Task Force „Impfen“ hatte sich bereits im vergangenen Jahr dafür ausgebrochen, Pharmazeuten im Kampf gegen das Virus mehr Aufgaben zu geben. Laut Vandenbroucke könnten Apotheker eine wichtige Rolle bei der Erhöhung der Impfrate spielen, denn sie seien landesweit vertretene Gesundheitsfachleute, die Menschen jederzeit gut beraten könnten.

Der Entwurf sieht derweil nur die Impfung für erwachsene Personen sowie Impfstoffe gegen das Coronavirus vor. Eine Ausweitung auf andere Vakzine, wie z. B. die Grippeimpfung, sei derzeit nicht vorgesehen. Der Text habe auch nichts mit einer möglichen Reduzierung der Impfzentren zu tun, stellte Vandenbroucke klar. Dieses Thema müsse noch innerhalb der Taskforce und im Rahmen einer Interministeriellen Konferenz (IMK) erörtert werden, so der Minister.

Die Apotheker sollen für die Verabreichung der Corona-Impfstoffe angemessen entschädigt werden, aber darüber wird noch mit den Teilstaaten verhandelt. Denn Vandenbroucke wolle nicht das gesamte Geld an das föderale Krankenversicherungssystem übertragen.

In dem Gesetzentwurf ist außerdem verankert, dass die Apotheker, die Impfungen verabreichen wollen, eine etwa achtstündige Ausbildung absolvieren müssen. Dabei geht es in erster Linie um sofortige Reaktionen, falls eine Person auf ihre Corona-Impfung allergisch reagiert.

Der belgische Ärzteverband ist gegen das Vorhaben, da die Impfung normalerweise nur von Ärzten oder Krankenschwestern durchgeführt werden sollte. Vandenbroucke sieht dabei allerdings keine Probleme. „In anderen Ländern sehen wir, dass es zu einem Anstieg der Durchimpfungsrate führt, und auch die Allgemeinmediziner setzen mehr Impfstoffe ein“, so der flämische Sozialist.

Der Entwurf wird in Kürze in der Kammer zur Abstimmung vorgelegt. Es gilt aber als ziemlich sicher, dass diesem Gesetzesvorschlag keine parlamentarischen Steine in den Weg gelegt werden. (belga/calü)

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