Paketbriefkästen und soziale Netzwerke: Ministerin De Sutter will die Zustellung nachhaltiger gestalten

<p>Ministerin Petra De Sutter</p>
Ministerin Petra De Sutter | Foto: belga

Der Online-Handel nimmt seit Jahren landesweit zu, und damit auch die Anzahl der Pakete, die sich die Belgier nach Hause liefern lassen. Wie Petra De Sutter berichtet, sind allein im Coronajahr 2020 rund 336 Millionen Pakete verschickt worden. Im Schnitt macht das etwa 30 Pakete pro Kopf pro Jahr. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es „nur“ sieben.

Bei der Zustellung der Lieferungen hapert es allerdings. So kann etwa jedes zehnte Paket nicht ordnungsgemäß abgegeben werden, da niemand zu Hause ist. Dies führe allerdings zu Problemen, sagt Petra De Sutter, und diese drohen größer zu werden, wenn der elektronische Handel weiter wächst und die Menschen zukünftig wieder weniger im Home-Office arbeiten.

Vor diesem Hintergrund hat die föderale Ministerin einen Aktionsplan ausgearbeitet, der ein Budget in Höhe von 2 Millionen Euro umfasst. Damit sollen beispielsweise soziale Netzwerke gefördert werden. Die Kunden können schon jetzt eine Reihe von Geschäften nutzen, die zu „Poststellen“ umgewandelt worden sind. Der Prozess kann aber auch über ein Nachbarschafnetzwerk abgewickelt werden, das Pakete von Nachbarn annimmt. In Belgien gebe es laut De Sutter bereits mehr als 100 davon. Tendenz steigend.

Darüber hinaus will die Ministerin gemeinsam mit Partnern in die Entwicklung eines Tools investieren, mit dem Kunden, die etwas in einem Webshop bestellen, sehen können, welche Lieferoption die geringsten CO2-Emissionen verursacht. „Das schärft das Bewusstsein der Kunden“, meint De Sutter.

Schließlich will De Sutter eine Lücke im Postgesetz schließen und damit bislang nicht erlaubten Paketbriefkästen einen rechtlichen Rahmen geben – auch weil zuletzt immer mehr rechtswidrige Paketkästen verkauft worden sind. So hat nach Angaben von De Sutter eine belgische Firma, die auf die Herstellung von Paketkästen spezialisiert ist, im letzten Jahr 5.000 Paketbriefkästen verkauft, 2017 waren es lediglich 750. (belga/calü)

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