Zukunftsplan für die Bahn: Minister Gilkinet hat ambitionierte Ziele

<p>Georges Gilkinet</p>
Georges Gilkinet | Foto: belga

Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet, hat Gilkinet vor, bis 2040 den Marktanteil der Bahn von 8 auf 15 Prozent zu steigern. Darüber hinaus will der 51-Jährige das Güterverkehrsvolumen bis 2030 verdoppeln. „Der Zug ist gut für das Klima, unsere Verkehrssicherheit, unsere Wirtschaft und unsere Arbeitsplätze. Gemeinsam mit der Föderalregierung wollen wir die Bahn zum Rückgrat unserer Mobilität machen“, wird der Minister zitiert.

Im Mittelpunkt des Stufenplans soll der Kunde stehen. Demnach sollen bis 2040 sichergestellt werden, dass sich die Passagiere auf reibungslose und zuverlässige Transfers verlassen können. Dazu sollten auch möglichst viele Ziele zur Verfügung stehen. „Wenn das Angebot attraktiv ist, steigt die Wahlfreiheit und wir geben unserer Wirtschaft einen zusätzlichen Schub. Auf diese Weise wird die Mobilität zu einer echten Freiheit“, so Gilkinet.

Konkret soll jeder Bahnhof künftig mindestens zweimal pro Stunde angefahren werden. Um einen besseren Transport gewährleisten zu können, sollen darüber hinaus auch die Fahrpläne der verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel aufeinander abgestimmt werden.

In den Reihen der N-VA stößt der Plan auf Kritik.

Der Kammerabgeordnete Tomas Roggeman (N-VA) sieht die Pläne des Mobilitätsministers ziemlich kritisch. „Will Minister Gilkinet die SNCB etwa zum teuersten Eisenbahnunternehmen der Welt machen?“, fragt sich Roggeman. „Für diejenigen, die in einem belebten Bahnhof pendeln, sind zusätzliche Züge natürlich wie Musik in ihren Ohren. Allerdings haben 92 Bahnhöfe weniger als 100 Fahrgäste pro 24 Stunden, auch außerhalb der Coronakrise. Auf kleinen wallonischen Verbindungen transportiert die SNCB bereits mehr Luft als Menschen.“

Der N-VA-Politiker schlägt vor, zunächst eine gründliche Bewertung des Schienenverkehrs vorzunehmen und nur bei Bedarf zusätzliche Züge einzusetzen. „Es ist einfach, Geschenke zu verteilen und Schulden zu machen, um mehr leere Züge auf die Straße zu bringen, aber Strukturreformen sind nicht in Sicht. Die EU verpflichtet uns, den Schienenverkehr bis 2033 zu liberalisieren. Mit seiner sachlichen Weigerung, sich darauf vorzubereiten, bringt der Minister die SNCB nicht auf den Weg in die Zukunft, sondern in den Abgrund.“ (belga/calü)

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