Die CREG schätzt den durchschnittlichen Betriebsgewinn eines Gaskraftwerks auf 39,3 Millionen Euro im Jahr 2021. Hierzulande gibt es zurzeit neun Zentralen. Insgesamt wird der Gewinn auf rund 353 Millionen Euro veranschlagt.
Die Rekordgewinne konnten dank der Energiekrise verzeichnet werden. Energieunternehmen, die in Belgien Gaskraftwerke betreiben, haben langfristige Verträge für die Versorgung ihrer Anlagen. Aufgrund des spektakulären Anstiegs der Erdgaspreise ist es für die Betreiber zuletzt finanziell interessanter gewesen, das zu niedrigen Preisen eingekaufte Erdgas nicht wie üblich in Strom umzuwandeln, sondern es einfach zu den heutigen hohen Preisen weiterzuverkaufen. Der Strom, den die Betreiber von Gaskraftwerken ihren Kunden „schulden“, wird hingegen auf dem Strommarkt gekauft.
Der föderalen Energieministerin Tinne Van der Straeten (Groen) ist der Gewinn, der auf legale Weise erwirtschaftet worden ist, ein Dorn im Auge. Sie plädiert schon länger dafür, dass sich niemand an der Energiekrise bereichern darf. „Wir werden alles tun, um die überschüssigen Gewinne abzuschöpfen“, ließ sie aus ihrem Kabinett verlauten. (belga/calü)
Kommentare
Kommentar verfassen