Demnach haben zuletzt mehrere Transmigranten versucht, auf dem Rechtsweg eine sofortige Aufnahme zu erreichen. Für Sammy Mahdi ein No-Go. „Als Migrant kann man schlecht in zwei Ländern nach Bett, Bad und Brot verlangen. Auf diese Weise wird möglicherweise ein Bett für jemanden belegt, der zum ersten Mal einen Asylantrag in der Europäischen Union stellt“, so der Staatssekretär.
Aus den aktuellen Daten der Einwanderungsbehörde geht hervor, dass im Januar nicht weniger als 1.168 Personen, die einen Asylantrag gestellt hatten, bereits anderswo in der EU in Wartestellung waren. Wenn sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetze, werde die Anzahl der sich auf Durchreise befindenden Migranten, die in Belgien Asyl beantragen, im Jahr 2022 noch höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Im Jahr 2021 waren es 10.952 Personen.
Nach Angaben des Staatssekretärs drohe derweil auch die Anzahl der Asylanträge von Personen, die bereits in einem anderen Mitgliedstaat als Flüchtling anerkannt worden sind, im Jahr 2022 erneut zu steigen. Allein im Januar haben 120 anerkannte Flüchtlinge hierzulande einen Asylantrag gestellt, obwohl sie bereits als Flüchtlinge in einem EU-Mitgliedstaat einen sicheren Hafen gefunden haben. Im Jahr 2021 haben laut Sammy Mahdi insgesamt 1.349 Personen einen Antrag gestellt, die bereits in einem anderen Mitgliedstaat als Flüchtlinge anerkannt worden waren.
Aufgrund des zusätzlichen Drucks, den Transmigranten auf das Aufnahmesystem ausüben, wurde eine Warteliste für diese Personengruppe eingeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass genügend Aufnahmeplätze für besonders schutzbedürftige Personen, Familien mit Kindern und Personen, die zum ersten Mal auf europäischem Gebiet Asyl beantragen, zur Verfügung stehen. Die Bewerber werden jedoch registriert, um zu vermeiden, dass die Menschen tagelang in den Aufnahmezentren anstehen müssen.
Um der Lage Herr zu werden, ist hierzulande vor Kurzem zudem das erste von 14 zusätzlichen Rückführungsbüros, in dem sogenannte Dublin-Interviews geführt werden, in Betrieb genommen worden. Die Berater der Büros werden zudem auch in den Aufnahmezentren tätig sein. „Diejenigen, die sich weiterhin weigern zu kooperieren, können ihr Recht auf eine Aufnahme verlieren“, heißt es.
Bislang gilt in der EU das sogenannte Dublin-System, bei dem das Land der ersten Einreise für das Asylverfahren und die Unterbringung zuständig ist. (belga/calü)
Kommentare
Kommentar verfassen