Die ostbelgische Regionalabgeordnete erkennt die Schwierigkeiten an, spricht sich jedoch gegen vereinfachende Interpretationen aus und plädiert für strukturelle Reformen, um einen leistungsfähigen Forstdienst langfristig zu sichern. Zusätzliche Dynamik erhält die Debatte inzwischen auch auf kommunaler Ebene, wo mehrere Gemeinden Garantien für die personelle Absicherung der Forstämter fordern.
Im Anschluss an ihre mündliche Frage vom Montag an die wallonische Ministerin für Natur und Forsten, Anne-Catherine Dalcq, fanden am Dienstag weitere Gespräche und eine Arbeitssitzung mit dem Ministerkabinett und den Mehrheitsvertretern zur Situation des DNF statt. Dabei seien die erheblichen Schwierigkeiten bestätigt worden, mit denen mehrere Forstkantone derzeit konfrontiert seien – insbesondere in ländlichen Regionen und im Osten der Wallonie. Eine ungünstige Altersstruktur, zahlreiche Pensionierungen, Rekrutierungsschwierigkeiten sowie eine zunehmende administrative Belastung setzten die Außendienste des DNF unter Druck.
Mauel betont, dass diese Probleme ernst genommen werden müssten, gleichzeitig jedoch institutionell aufgeladene Deutungen wenig zielführend seien. „Die Schwierigkeiten vor Ort sind real und betreffen zahlreiche ländliche Gebiete in der gesamten Wallonie. Die Wallonische Region befindet sich derzeit in einem allgemeinen Sparkontext, der viele öffentliche Dienste betrifft. Entscheidend ist jetzt, trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen einen leistungsfähigen und operativen öffentlichen Forstdienst für die Gemeinden und die Bürger langfristig zu sichern“, erklärt die Abgeordnete in einer Pressemitteilung..
Mehr Spielraum
für die Mitarbeiter
Das Kabinett habe mehrere Maßnahmen und Reformansätze vorgestellt: Dazu gehörten die Priorisierung zentraler Aufgaben des DNF, eine interne Reform des Departements, die Öffnung zusätzlicher Kaderstellen, Überlegungen zur internen Mobilität sowie die Vereinfachung administrativer Abläufe, um den Mitarbeitern wieder mehr Zeit für ihre Arbeit im Gelände zu ermöglichen. Für Christine Mauel müsse die Reform dazu beitragen, die Rolle des öffentlichen Forstdienstes an aktuelle Herausforderungen anzupassen – darunter Klimawandel, Waldbrand- und Hochwasserprävention, Pflege öffentlicher Waldflächen, Sicherheit, nachhaltige Forstwirtschaft und die Unterstützung der ländlichen Gemeinden. „Die Forstbeamten müssen wieder mehr Zeit für die Arbeit im Gelände, für Prävention, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Begleitung der Gemeinden haben. Ziel muss ein moderner, effizienter und bürgernaher öffentlicher Forstdienst sein“, so Christine Mauel.
Die ostbelgische Regionalabgeordnete verweist zudem auf die besonderen Herausforderungen in den deutschsprachigen Gebieten, insbesondere im Hinblick auf bilinguale Rekrutierung und administrative Übersetzungen. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass zahlreiche ländliche Regionen in der Wallonie vor vergleichbaren strukturellen Problemen stünden und langfristige Lösungen nur im Rahmen einer ausgewogenen Gesamtstrategie gefunden werden könnten. (red/sc)

Kommentare
"Mehr Zeit für die Arbeit im Gelände"
Genau das ist der Knackpunkt!
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