Eine aktuelle Studie (durchgeführt zwischen dem 14. Oktober und dem 3. November 2021) zeigt, dass 13,8% aller in Belgien konsumierten Zigaretten in unserem Land nicht versteuert wurden. Mit anderen Worten: 1 von 7 Zigaretten, die in unserem Land geraucht werden, entgeht dem belgischen Fiskus.
Dieses Phänomen, das seit einiger Zeit bekannt ist, scheint sich auszuweiten. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil von 12,1% auf 13,8% gestiegen. Laut Cimabel wird jede weitere Erhöhung der Verbrauchsteuer auf Tabakwaren mehr belgische Verbraucher dazu veranlassen, auf andere, auch illegale, Beschaffungskanäle auszuweichen. Von diesen 13,8% sind 1% nachgeahmte und damit illegale Waren. Die restlichen 12,8% sind legale Zigaretten, die außerhalb Belgiens gekauft wurden, insbesondere in Ländern, in denen die Preise aufgrund einer geringeren Steuerbelastung niedriger sind.
Mehr als ein Drittel der außerhalb Belgiens gekauften Zigaretten stammen aus Bulgarien (26,6%), der Türkei (5,7%) und Rumänien (4,8%). Cimabel ist der Meineung, dass diese drei Länder, vor allem in der Corona-Zeit, keine beliebten Reiseziele sind, und sich somit der Verdacht verstärkt, dass es sich um organisierte Kanäle handeln muss, die sich langsam entwickeln, um die steigende Nachfrage nach billigen Zigaretten durch belgische Verbraucher zu befriedigen, die die zu hohen Verbrauchsteuern in ihrem eigenen Land vermeiden wollen.
„Auch Luxemburg bleibt mit 31% ein wichtiger Beschaffungsmarkt für belgische Raucher. Dank des Steuerabkommens mit dem Großherzogtum Luxemburg kann unser Land jedoch zumindest einen Teil der verlorenen Verbrauchsteuern zurückerhalten“, heißt es in dem Bericht des Verbandes. Die anderen Länder in den Top 10 sind Spanien, Deutschland, Kosovo und Griechenland. Allesamt Länder, in denen Zigaretten billiger sind als in unserem Land.
Ab dem 1. April plant die Föderalregierung erneut eine deutliche Erhöhung der Verbrauchsteuern auf Tabakwaren. Dies soll 120 Millionen Euro an Einnahmen für den belgischen Fiskus bringen. Diese Berechnung scheint Cimabel auf dem Papier zwar korrekt, die Realität sehe jedoch anders aus. Durch die 13,8% der Zigaretten, die anderswo gekauft werden, seien dem belgischen Staat im letzten Jahr immerhin 430 Millionen an Einnahmen verloren gegangen. Im nächsten Jahr rechnet der Verband mit noch höheren Zahlen. Denn wenn die Verbrauchsteuern wieder steigen, werden umso mehr Landsleute anderswo nach billigen Zigaretten suchen, so die These.
Cimabel, der belgisch-luxemburgische Verband der Zigarettenhersteller, ruft die Vivaldi-Regierung um Premier Alexander De Croo (Open VLD) dazu auf, nicht wieder in dieselbe Falle zu tappen, und fordert, die Tabaksteuer nicht weiter zu erhöhen. (jod)
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