Trotz wiederholter Sensibilisierungskampagnen und Inspektionen sei keine unmittelbare Verbesserung der Zahlen festzustellen. Die Zahl der Unfälle an Bahnübergängen lag in den letzten Jahren immer in der gleichen Größenordnung (außer im Jahr 2020, als wegen der Corona-Pandemie weniger Fahrzeuge auf den Straßen waren und weniger Züge verkehrten). Auch die Zahl der Todesopfer schwankte kaum: 2021 gab es zum vierten Mal in fünf Jahren neun Todesopfer.
Wie Infrabel mitteilte, wird die Hälfte der Unfälle von Verkehrsteilnehmern verursacht, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, z. B. wenn sie noch versuchen, einen Bahnübergang zu überqueren, obwohl die Schranken geschlossen sind und die Ampel auf Rot steht. Dabei handelt es sich oft um Anwohner, die wahrscheinlich denken, dass sie die Situation kennen und dass ihnen nichts passieren kann.
Unachtsames Verhalten kommt fast genauso häufig vor (etwa 40 % der Unfälle). Das betrifft zum Beispiel Verkehrsteilnehmer, die auf den Gleisen stecken zu bleiben. In solchen Fällen empfiehlt Infrabel, keine Zeit mit dem Versuch zu verlieren, das Fahrzeug von den Gleisen zu entfernen, sondern sofort den Notdienst (112) zu rufen. Der Zugverkehr kann dann angehalten werden, um eine Kollision zu verhindern.
Nach Angaben von Infrabel führten im vergangenen Jahr insgesamt 311 Vorfälle an Bahnübergängen zu Verspätungen von über 28.400 Minuten, d. h. durchschnittlich 1 Stunde und 18 Minuten pro Tag. Das belgische Eisenbahnnetz zählt 1.650 Bahnübergänge. Seit der Gründung von Infrabel im Jahr 2005 wurde die Anzahl um mehr als 420 reduziert. (belga/calü)
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