In seiner Predigt im Aachener Dom sagte Dieser am Sonntag: „Es kann nicht dabei bleiben, dass Verantwortliche sich flüchten in Hinweise auf ihr Nichtwissen oder auf damalige andere Verhältnisse oder andere Vorgehensweisen. Denn deswegen wurden doch damals Täter nicht gestoppt und Kinder weiter von ihnen missbraucht! Auch Bischöfe, auch ein ehemaliger Papst, können schuldig werden, und in bestimmten Situationen müssen sie das auch öffentlich bekennen, nicht nur im Gebet vor Gott oder im Sakrament in der Beichte.“
Benedikt, der frühere Kardinal Joseph Ratzinger, hatte das Erzbistum München und Freising von 1977 bis 1982 geführt. In einem am Donnerstag vorgestellten Gutachten zum Umgang der Bistumsverantwortlichen mit Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch werden ihm vier Fälle von Fehlverhalten angelastet. Benedikt hat die Vorwürfe in einer 82-seitigen Verteidigungsschrift zurückgewiesen.
Helmut Dieser – der in der Deutschen Bischofskonferenz dem Lager der Reformer zugerechnet wird – sagte in seiner Predigt, das Ausmaß von Versagen bei den Bischöfen mache ihn „traurig, aber auch wütend“. Das gleiche gelte für die „Unfähigkeit, die eigene Verantwortung bei sich selbst zu spüren und Schuld einzugestehen und Vergebung zu erbitten oder wenigstens Bedauern und Schmerz über den eigenen Anteil an der Tragödie auszudrücken. Dass auch der frühere Papst Benedikt das noch nicht getan hat, darf nicht sein letztes Wort dazu sein!“ (dpa)
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