Sternsinger bringen trotz Corona-Pandemie den Segen

<p>Nach Weihnachten sind rund um den Jahreswechsel auch in Ostbelgien die Sternsinger unterwegs. Der Segensspruch „C+M+B“ an Haustüren ist wie eine Visitenkarte. Auch unter Corona-Bedingungen sammeln sie Millionenspenden.</p>
Nach Weihnachten sind rund um den Jahreswechsel auch in Ostbelgien die Sternsinger unterwegs. Der Segensspruch „C+M+B“ an Haustüren ist wie eine Visitenkarte. Auch unter Corona-Bedingungen sammeln sie Millionenspenden. | Foto: Lothar Klinges

„Wir hören von vielen Sternsinger-Gruppen, dass sie auch in diesem Jahr wieder Wege finden, den Menschen den Segen zu bringen. Ich bin dankbar und stolz auf euer vielfältiges und kreatives Engagement“, sagt der Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville in seiner Botschaft an die Sternsinger und bedankt sich damit schon jetzt für all das Engagement und die Sternsinger-Energie. Die Leistung der Sternsigner und Begleiter verdiene Anerkennung und Respekt, so der Bischof.

Die ostbelgienweite Aktion findet im Januar zu zweiten Mal unter Corona-Bedingungen statt. Die Sternsinger werden den Segen zu den Menschen bringen und Spenden für notleidende Kinder sammeln. Die konkrete Gestaltung wird sich von Ort zu Ort etwas unterscheiden. „Die Kinder freuen sich schon auf eine sichere und kreative Sternsingeraktion, die wir alle zusammen wieder mit Optimismus, Energie und Engagement angehen“, sagt Marie-Christine Hoen aus Kelmis, eine der Verantwortlichen in Ostbelgien.

Außerdem könne im zweiten Jahr der Pandemie die Hilfe der Sternsinger nicht dringlicher sein. Die Gesundheit der Kinder, Begleiter und der besuchten Menschen hat oberste Priorität, betont Marie-Christine Hoen. In den Pfarrverbänden wird vor Ort unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln entschieden, wie die Aktion mit den üblichen Haustürbesuchen umgesetzt werden kann.

„Segen bringen, Segen sein!“ ist auf den Sammelbüchsen zu lesen. So leitet die Aktion Dreikönigssingen seit einigen Jahren ihr jährlich wechselndes Motto zum jeweiligen Beispielland ein.

Damit drückt sie aus, dass Sternsingen ein Segensgeschehen ist. Unter dem Motto „Gesund werden - gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ sind Anfang des neuen Jahres knapp 900 Sternsinger(innen) in Ostbelgien unterwegs. Für die sinkenden Zahlen der Sternsinger gibt es sicherlich viele Gründe. Der wichtigste ist gewiss die demografische Entwicklung. Dennoch ist die Tendenz bei den Spenden steigend und die Motivation für das Sternsingern weiterhin groß. Als leuchtendes Zeichen geht den Jungen und Mädchen der „Stern von Betlehem“ voraus. Das Sternsingen ist keine reine Spendensammlung - es ist vor allem ein Beispiel des globalen Lernens. So ist die Vorbereitung in diesen Tagen weit mehr als die Anprobe von Gewändern, das Üben der Lieder und die Einteilung der Gruppen. Die Aktion nimmt jedes Jahr exemplarisch ein Thema in den Fokus, das die Situation von Kindern vorstellt, wodurch die Kinder einen Einblick in das harte Leben von Kindern in anderen Ländern erhalten. In dem Film zur Aktion und den anderen Materialien zur Sternsingeraktion werden die Gesundheitsarbeit mit Kindern und Jugendlichen nähergebracht und vielfältige Gesundheitsprojekte gezeigt. Nachdem im vergangenen Jahr die Arbeitsmigration im Fokus stand, steht diesmal die „Gesundheitsvorsorge“ im Mittelpunkt. Die Sternsinger werden dabei auf die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika aufmerksam machen. In vielen Ländern des Südens ist die Kindergesundheit aufgrund schwacher Gesundheitssysteme und fehlender sozialer Sicherung stark gefährdet. In Afrika sterben täglich Babys und Kleinkinder an Mangelernährung, Lungenentzündung, Malaria und anderen Krankheiten, die man vermeiden oder behandeln könnte. Die Folgen des Klimawandels und der Corona-Pandemie stellen zusätzlich eine erhebliche Gefahr dar.

Laut UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind ein Recht auf Gesundheit. Die Sternsinger-Partner setzen sich weltweit für die Verwirklichung dieses Rechts ein. Bei der Aktion Dreikönigssingen 2022 wird das Engagement der Sternsinger beispielhaft an Projekten in Ägypten, Ghana und dem Südsudan veranschaulicht, wo die Gesundheitssituation von Kindern dank des Einsatzes auch aus Ostbelgien verbessert werden kann.

Die Sternsingeraktion 2022 erklärt, wie Kinder in Afrika unter schwierigen gesundheitlichen Bedingungen aufwachsen und würdigt gleichzeitig den Einsatz der ostbelgischen Sternsinger, die als Friedensbotschafter den Segen zu den Menschen bringen und Spenden für hilfsbedürftige Kinder sammeln. Im Januar 2021 kamen trotz Corona-Pandemie ostbelgienweit bei der Sammlung 74.442,13 Euro zusammen, die für Not leidende Kinder in aller Welt bestimmt waren. 2020 wurden sogar 102.845,94 Euro gesammelt.

Der Empfang der Sternsingergruppen im Parlament der DG (PDG) in Eupen kann nicht in der herkömmlichen Form stattfinden. Allerdings wird eine Sternsingergruppe aus der Raerener St. Nikolaus-Pfarre alle kleinen und großen Könige Ostbelgiens vertreten. Coronabedingt fällt der Empfang zu Jahresbeginn wie letztes Jahr kleiner aus. Statt der sonst üblichen rund 45 Mädchen und Jungen und Begleitpersonen besucht diesmal nur eine Sternsingergruppe das Parlament. Zum siebten Mal empfängt Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz (SP) die Sternsinger am Mittwoch, 5. Januar 2022, im PDG. Der jährliche Empfang der europäischen Sternsingergruppen im Brüsseler EU-Parlament wird, wie letztes Jahr, ersetzt durch den Besuch einer Sternsingergruppe der deutschen Gemeinde in Brüssel.


Spenden aus der Aktion in ostbelgischen Pfarren sind bis Ende Januar 2022 auf das Konto Sternsinger Ostbelgien, Lindenstr. 25, 4750 Bütgenbach, IBAN: BE83 7310 1494 2015, BIC: KREDBEBB, zu überweisen. Mitteilung: Sternsingeraktion 2022 Pfarre (bzw. Pfarrverband)

 

ZUM HINTERGRUND:

Der Segen „20*C+M+B+22“ ist die Abkürzung für den lateinischen Spruch „Christus mansionem benedicat“, der „Christus segne dieses Haus“ bedeutet. Die „20“ vorne und die „22“ hinten stehen für 2022. Die Sternsinger schreiben den Segen an die Türen und sammeln Geld für Not leidende Kinder.

Gutes Schuhwerk brauchen die Kinder auf ihren Strecken. Dazu tragen die Kinder einen Button mit dem Slogan „Ich bin ein Sternsinger“. Neben dem großen Weihnachtsstern gehört beides zur offiziellen Ausrüstung.

Die Sternsinger sind in der Regel zu viert unterwegs. Drei Kinder stehen für die drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar, das vierte Kind ist der Sternträger. Die Weisen aus dem Morgenland brachten dem Jesuskind laut Überlieferung kostbare Geschenke. Damit machten sie darauf aufmerksam, dass Jesus ein König ist – deswegen das Gold. Dass Jesus Gottes Sohn ist, verdeutlicht der Weihrauch. Dafür, dass er jedoch auch ein Mensch ist und sterben wird, steht die Myrrhe, mit der man in der Antike die Toten einbalsamierte.

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