Debatte um Reform des Schulkalenders kommt ins Rollen

<p>Die Debatte über die Zukunft der Ferienzeit kommt auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft so langsam ins Rollen. Auswirkungen könnte eine Reform beispielsweise auf die Sommerferien haben, die heutzutage unter dem Strich mehr als acht Wochen betragen.</p>
Die Debatte über die Zukunft der Ferienzeit kommt auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft so langsam ins Rollen. Auswirkungen könnte eine Reform beispielsweise auf die Sommerferien haben, die heutzutage unter dem Strich mehr als acht Wochen betragen. | Illustration: dpa

Für das Unterrichtswesen sind in Belgien die Gemeinschaften zuständig, und viele hatten die Reform der Schuljahrestaktung im frankofonen Landesteil als „Alleingang“ kritisiert, der im Alltag für zahlreiche Probleme sorgen dürfte.

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Kommentare

  • Ein Argument für diesen Rhythmus sei das Kindeswohl, heißt es, denn die Kinder wären durch die lange Periode Unterricht zwischen Ostern und Sommerferien gestresst. In meiner Wahrnehmung als Mutter liegt dieser tatsächlich vorhandene Schuljahresend-Stress der Jugendlichen jedoch weniger an der langen Unterrichtsphase als mehr daran, dass ab der 6. Klasse die Prüfungen im Juni anstehen und hier von vielen Lehrkräften sowie auch Eltern ein großer Druck auf die Kinder ausgeübt wird. Dieser Leistungsdruck wird durch zwei Wochen Ferien vor den Prüfungen nicht reduziert werden. Und die Ferien werden dann auch nicht zur Erholung, sondern zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden, ohne in dieser Zeit jedoch auf die Unterstützung von Lehrkräften zurückgreifen zu können. Somit sind die Ferien dann keine Ferien sondern auch wieder Homeschooling-Zeit.
    Apropos Homeschooling in den Ferien: Bereits jetzt ist es in den Schulen – sowohl Primarschule als auch Sekundarschule üblich, dass die Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern während des Schuljahres Ferienarbeiten mitgeben – es sollen Bücher gelesen, Referate vorbereitet und Defizite aufgearbeitet werden. Somit wird bereits jetzt der Grund der Ferien – sich von der Schule zu erholen und andere Erfahrungen zu sammeln – konterkariert. Es ist zu befürchten, dass sich diese Praxis intensivieren wird, wenn die Ferienzeiten länger werden. Das heißt der neue Rhythmus würde 7 Wochen Präsenzunterricht und 2 Wochen anteiliges Homeschooling zur Folge haben.
    Auch in den Sommerferien haben nicht alle SchülerInnen Ferien, sondern die Kinder mit Schwächen müssen Arbeiten schreiben und/oder sich auf Nachprüfungen vorbereiten. Wenn die Ferienzeit jetzt um 3 Wochen gekürzt wird, wann sollen diese Kindern denn dann Ferien machen?

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