Yves Derwahl hatte vom Provinzkollegium wissen wollen, wer von der Regierung der Provinz im Krisenstab des Provinzgouverneurs vertreten war, wann die sogenannte „provinziale Phase“ ausgerufen und den Bürgermeistern die Anweisung zur Evakuierung der vom Hochwasser betroffenen Gemeinden gegeben wurde, wie der Provinzialrat in einer Pressemitteilung erklärt. Die nun erhaltenen Begründungen, weshalb die frist- und formgerecht eingereichte Frage es nicht auf die Tagesordnung des Provinzialrats geschafft habe, reichen Yves Derwahl nicht: „Die Gründe, weshalb eine Frage als unzulässig gewertet werden kann, sind in Artikel 85 § 5 der Geschäftsordnung des Provinzialrats festgeschrieben. In der mir nun übermittelten Erklärung ist von keinem dieser Gründe die Rede.“
Yves Derwahl werde seine Frage nun der Regionalabgeordneten Christine Mauel (PFF/MR) weiterreichen, damit diese den Lütticher Provinzgouverneur im Untersuchungsausschuss des wallonischen Regionalparlaments mit dem Inhalt der Frage konfrontiert. Dem Eupener PFF-Provinzialrat ist auch die Abwesenheit des Provinzgouverneurs Hervé Jamar (MR) bei der Sitzung des Provinzialrats übel aufgestoßen. Derwahl hatte ausdrücklich die Anwesenheit des für die Sicherheit in der Provinz Lüttich zuständigen Gouverneurs auf Basis des Artikels 47, § 4 der Geschäftsordnung beantragt. Der Gouverneur ließ sich jedoch vertreten. „Es wäre die Gelegenheit für den Gouverneur gewesen, dem Provinzialrat zu erklären, warum die Armee nicht schneller zu Hilfe gerufen wurde, viele Bürgerinnen und Bürger stellen sich diese Frage zu Recht.“
Dass der Gouverneur nach einer Hochwasserkatastrophe mit 38 Toten, Hunderten Obdachlosen und Schäden in Milliardenhöhe es nicht für nötig halte, in der ersten Sitzung des Parlaments der betroffenen Provinz Lüttich zu erscheinen, ist für den Eupener PFF-Politiker „vollkommen inakzeptabel“. (red/sc)

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