Die eigenen Werte schändlich verraten

<p>Verletzte nach den Selbstmordattentaten in einem Krankenhaus nahe des Flughafens von Kabul. Nicht nur die Taliban diktieren das Geschehen, auch die Angst vor Terroisten vom IS oder Al-Qaida setzt den Rahmen für die chaotische Evakuierung des Westens aus Afghanistan.</p>
Verletzte nach den Selbstmordattentaten in einem Krankenhaus nahe des Flughafens von Kabul. Nicht nur die Taliban diktieren das Geschehen, auch die Angst vor Terroisten vom IS oder Al-Qaida setzt den Rahmen für die chaotische Evakuierung des Westens aus Afghanistan. | Foto: dpa

Die NATO-Partner, die mit im Boot „Afghanistan“ sitzen, weil die USA nach dem Angriff von Terroristen auf das World Trade Center am 11.

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Kommentare

  • Danke, Herr Schröder, für Ihre Präzisierung.

    Ob man ein Telefongespräch schon als "Bündnis gegen die Taliban" bezeichnen kann, ist dann doch wohl etwas zu hoch gegriffen.

    Dass die unmittelbaren und mittelbaren Anrainerstaaten wegen der Lage dort besorgt sind und sie misstrauisch beobachten, liegt auf der Hand.

    Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Es zeichnet sich allerdings schon ab, dass die Taliban von noch radikaleren Kräften bedrängt werden, was eine fortdauernde Instabilität zur Folge haben könnte. Was das bedeuten würde, kennen wir aus Syrien...

    Allerdings wird der Westen da kaum wieder einsteigen wollen, auch Russland dürfte als gebranntes Kind das Feuer scheuen. Bliebe noch China...

    Dazu ein Artikel aus der ZEIT:
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-08/china-afghanistan-bodenschae...

    Besser kann man die Interessenlage Chinas wohl kaum beschreiben.

  • Sehr geehrter Herr Schleck,
    Nach übereinstimmenden Medienberichten haben sich die Präsidenten Chinas uns Russlands telefonisch darüber verständigt, ihre Politik gegenüber den Taliban und Afghanistan abzustimmen. Beide wollen das aber auch mit anderen Staatsführern besprechen.
    Natürlich ist auch klar, dass beide (vor allem China, wenn es um Rohstoffe geht), Interessen in Afghanistan haben und vermeiden wollen, dass die Terrorgefahr von Afghanistan in ihre jeweiligen Länder überschwappt (China fährt bekanntlich eine sehr harte Politik gegen die Uiguren (die in der Provinz leben, die an Afghanistan grenzt) und Russland versucht, den islamischen Einfluss (und Terror) an seiner Südflanke einzudämmen).

  • Einen, wie ich meine, guten Überblick darüber, wie die mittelbaren und unmittelbaren Nachbarn Afghanistans die neue Lage beurteilen könnten, gibt es hier:
    https://www.deutschlandfunk.de/afghanistan-wie-stehen-die-nachbarlaender...

    So richtig glücklich kann wohl keiner sein. Bis jetzt konnte man eher vom Rand der Arena zusehen, wie die Amerikaner mitsamt ihren Verbündeten sich dort verstrickten, um sich letztendlich voraussehbar, eine blutige Nase zu holen.

    Man kann sich fragen, ob die Taliban wirklich die Gewinner sein werden. Die Attentate jetzt sprechen eigentlich dagegen. Die lagen nicht im Interesse der neuen Machthaber.

    Übrigens haben vor den Amerikanern bereits die Russen dort das Feld räumen müssen, aber auch, was vielfach vergessen wird, die Briten, denen es nie gelungen ist, ihr Kolonialreich auf Afghanistan auszudehnen:
    https://www.welt.de/geschichte/article161130837/Nur-einer-ueberlebte-Eng...

    Kleine Frage an Herrn Schröder: Worauf stützt er seine Behauptung, dass China und Russland sich gegen die Taliban verbündet hätten? Alles scheint eher darauf hinzudeuten, dass diese beiden Mächte ihren Fuß dort in der Tür behalten wollen, aus verständlichen, nicht unbedingt gleichen Interessen.

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