Kelmiser beobachten die Niederlage der Roten Teufel

<p>Gute Stimmung herrschte vor dem Parkhotel.</p>
Gute Stimmung herrschte vor dem Parkhotel. | Bild: Klaus Schlupp

Noch ist die Stimmung recht optimistisch am Kelmiser Parkhotel. Aus den Lautsprechern schallt Musik, in Achtergruppen sitzen die Menschen zusammen und harren des Ereignisses. Der Präsident des ausrichtenden RFC Union Kelmis, Vincent Hubert sitzt gespannt hinten und beobachtet das Geschehen. „Bei den letzten Spielen waren wir sehr zufrieden“, sagt er und meint hier nicht nur die Ballkünste der Roten Teufel. 2:1 tippt Marine Jungbluth und nimmt so schon das Endergebnis vorneweg, auch wenn nach 90 Minuten die Mannschaft vorne liegt, auf die die Kelmiserin eher nicht getippt hat. Hubert Jungbluth hat beim GrenzEcho Tippspiel ein 2:0 für die Roten Teufel prognostiziert.

Dann endlich die Brabaçonne. Alles steht auf, sehr viele auf dem Platz singen laut in französischer Sprache. Es fiebern eben nicht nur Kelmiser auf dem Platz. Viele aus der Göhlgemeinde haben Freunde aus Bleyberg, Montzen, Moresnet und den anderen frankofonen Dörfern der Umgebung mitgebracht, die gemeinsam mit den Kelmisern für Stimmung sorgen.

Dann endlich der Anstoß. Auf dem Rasen im fernen München sieht es gut aus, Belgien stürmt, in Kelmis schaut man gespannt. Aber die Leute gehen mit. Zurufe und Klatschen begleiten Aktionen wie Kevin de Bruynes Ecke und besonders das Abseitstor des Italieners Bonucci. „Die Italiener sind echt gut“, meint Michu aus Bleyberg. Den Belgiern fehle etwas der Rhythmus. Nicolo Barella macht das 1:0. Und dann noch kurz vor dem Halbzeitpfiff rumort es auch vor dem Parkhotel. „Ich habe einen Herzinfarkt erlebt“, sagt Robin aus Kelmis, als dann auch noch Lorenzo Insigne den Ball zum 2:0 für die Azzurri ins Tor befördert und Romelu Lukaku den Elfmeter zum 1:2 verwandelt.

„Hoffentlich wird das noch ein Sieg“, meint Samuel aus Kelmis. Er ist jedenfalls hochzufrieden mit dem Rudelgucken. „So wie es ist, ist es eine gute Lösung. Es ist gemütlich“. Vor allem gefällt es ihm, dass die Kelmiser nach der langen Zeit wieder etwas zusammentun. In München geht es jetzt ums Ganze. In Kelmis hängt sich einer zur zweiten Halbzeit sogar einen Rosenkranz um den Hals. Ob die Mutter Gottes Fußballfan und dann auch noch Fan der Roten Teufel ist? Man wird sehen. Die Spannung auf dem Platz ist jedenfalls mit Händen zu greifen. Vom Lärm der Menschen ist kaum etwas zu merken. Nur ab und an etwas Applaus und Anfeuerung, wenn es vor dem Tor der Italiener einmal wieder brenzlich wird.

Dann der Schlusspfiff. Bei vielen Fans in Kelmis kommen Trauer und Unmut auf. „Ich habe mich ganz schön über die vielen Schwalben der Italiener geärgert“, meint Lara Demonthy. Aber dann überwiegt die Freude, darüber, dass es die Roten Teufel immerhin ins Viertelfinale geschafft haben und natürlich, dass die ungeliebten Franzosen auch draußen sind. „Italien hat verdient gewonnen“, sagt Laura Vanaschen aus Hergenrath. „Aber Belgien ist ein tolles, kleines Land, und wir sind stolz“, ergänzt sie. Schließlich haben die Roten Teufel auch viele gute Chancen gehabt und die WM in Katar kommt bestimmt. Denn nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel.

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