Mannschaftsstärke: Seit im Jahr 1962 Werksteams bei der Tour die Nationalmannschaften ablösten, bildeten stets mindestens neun Fahrer eine Mannschaft. 2018 reduzierten die drei großen Rundfahrten - Giro, Tour und Vuelta - die Teamgröße auf acht Sportler. Die UCI gab aber ihr Okay, das Feld der großen Touren um ein Team zu vergrößern, damit stehen 184 Fahrer aus 23 Mannschaften am Start.
Zeitgutschriften: Es werden auf allen Etappen bei der Zielankunft Bonussekunden für die drei Erstplatzierten nach dem Schlüssel 10-6-4 verteilt - ausgenommen sind die Zeitfahren. Wieder eingeführt wurden 2018 Zeitgutschriften von 3, 2 und 1 Sekunden bei Zwischenwertungen, diese Sekunden wurden 2019 auf 8, 5 und 2 erhöht. Die Etappen 2, 6, 8, 9, 12, 13, 16 und 18 sind dafür ausgewählt worden, die Wertung liegt am Ende eines Anstiegs. Gerade auf den ersten Etappen können diese Sekunden im Kampf um Gelb entscheidend sein: Der Italiener Giulio Ciccone konnte 2019 so auf der sechsten Etappe die Gesamtführung übernehmen.
Zeitnahme: Alle Zeiten werden auf die volle Sekunde abgerundet. Zehntel- oder Hundertstelsekunden beim Zeitfahren dienen nur zur Bestimmung der Platzierung. Bei Gleichstand in der Gesamtwertung entscheiden sie allerdings über den Träger des Gelben oder Weißen Trikots.
Zeitüberschreitung: Erlaubt sind Rückstände auf den Sieger zwischen drei und 20 Prozent, je nach Schwere der Strecke und Durchschnittstempo, beim Einzelzeitfahren 25 Prozent. Ansonsten erfolgt in der Regel der Ausschluss.
Sturz im Finale: Wer auf den letzten drei Kilometern stürzt oder einen technischen Defekt hat, erhält die gleiche Zeit wie die Gruppe, der er angehörte. Ausnahmen sind Zeitfahren und Bergankünfte.
Gelbes Trikot: Gesamtwertung nach Addition der Etappenzeiten. Bei Zeitgleichheit entscheiden die Zehntelsekunden aus dem Einzelzeitfahren, danach entscheidet die Addition der Etappenplatzierungen.
Grünes Trikot: Maximal 50 Punkte bei Flachetappen, der Zweite erhält noch 30, der Dritte 20 Punkte usw., bei mittelschweren Ankünften gibt es 30 Zähler für den Sieger, bei Bergetappen sowie Zeitfahren sind es 20. Seit 2011 werden bis zu 20 Punkte für Zwischensprints vergeben. Zuvor hatte es nur 6-4-2 Punkte gegeben. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der Etappensiege.
Bergtrikot: Je nach Kategorie bis zu 25 Punkte bei Bergen der höchsten Kategorie (HC), bei anderen entsprechend weniger. Doppelte Punktzahl gibt es bei jedem Gipfel der höchsten Kategorie, der über 2000 Meter Höhe liegt, das ist dieses Jahr auf der 9., 15. und 17. Etappe der Fall. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der ersten Plätze in den höchsten Bergwertungen.
Weißes Trikot: Nachwuchswertung für alle Fahrer, die nach dem 1. Januar 1996 geboren sind.
Mannschaftswertung: Addition der drei besten Fahrer jedes Teams auf jeder Etappe. Im Gesamtklassement entscheidet bei Gleichheit die Zahl der Tagessiege. Die Fahrer der führenden Mannschaft tragen jeweils gelbe Startnummern.
Helmpflicht: Die Fahrer müssen ihren Kopfschutz bis ins Ziel tragen, auch bei Gipfelankünften.
Dopingkontrollen: Der Etappensieger, der Gesamtführende sowie mindestens fünf weitere Fahrer werden getestet. Dazu kommen unangekündigte Kontrollen.
Regelwidriges Verhalten: Hält sich ein Fahrer zu lange im Windschatten eines Begleitfahrzeuges auf, kann dies sowohl mit einer Geldbuße als auch mit einer Zeitstrafe geahndet werden. Gleiches gilt, wenn er sich anschieben oder ziehen lässt. Bei Defekten ist nur die Hilfe von Betreuern und Kollegen aus dem eigenen Team erlaubt.
Verpflegung: Frühestens 30 Kilometer nach dem Start und bis 20 Kilometer vor dem Ziel darf Verpflegung gestellt werden. Dazu kommt die Verpflegungszone bei etwa Mitte der Etappe. Für die Entsorgung von Trinkflaschen und Verpackungen gibt es sogenannte Müllzonen.
Abstand Zeitmessung: Bei Etappen mit zu erwartenden Massensprints darf der Abstand innerhalb des großen Feldes drei Sekunden betragen, um noch mit der gleichen Zeit gewertet zu werden. Dies soll die Positionskämpfe bei Sprintankünften etwas entschärfen.
Corona-Regeln: Die Fahrer und ihre Teammitglieder müssen sich regelmäßig testen lassen und diverse Verhaltensvorgaben befolgen. Bei positiven Fällen kommt ein ausführliches Protokoll zum Tragen.
Sicherheit: Der Weltverband UCI hat einige Fahrweisen verboten. So ist der sogenannte Supertuck, bei dem man auf dem Oberrohr des Rades sitzt nicht mehr erlaubt. Zudem dürfen die Unterarme nicht mehr auf dem Lenker für eine aerodynamischere Fahrweise abgelegt werden. Wer Trinkflaschen und anderen Müll außerhalb der dafür vorgesehehen Bereiche wegwirft, riskiert Strafen.
(sid/jph)

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