Liedermacherin Fee Badenius zu Besuch im Jünglingshaus

<p>Fee Badenius traut sich, auch ganz intime Gefühle mit ihren Zuhörern zu teilen. Davon konnte man sich am Donnerstagabend im Jünglingshaus überzeugen.</p>
Fee Badenius traut sich, auch ganz intime Gefühle mit ihren Zuhörern zu teilen. Davon konnte man sich am Donnerstagabend im Jünglingshaus überzeugen. | Foto: Elli Brandt

Gemeinsame Freude verbindet. So war nach dem ersten Lied bereits Nähe zwischen Künstlerin und Publikum hergestellt. Fee Badenius machte es ihren Zuhörern leicht, sie zu mögen. Ihre natürliche Ausstrahlung, ihre angenehme Stimme, und sie erzählte aus ihrem Leben in einer Art, in der man Freunden Privates erzählt.

Fee Badenius liebt die leisen Töne, ob in ihrer Musik oder in ihren Gedichten und Geschichten. Alltäglich muten die Themen an, doch dann gewinnen die Aussagen Tiefe. Die Künstlerin überrascht mit Witz und Ironie. Auf Spott und Hohn verzichtet sie. Wenn sie jemanden aufs Korn nimmt, dann sich selbst.

Mehr als zwei Stunden lang nimmt sie das Publikum mit auf eine lyrische Reise, bleibt stets in Kontakt mit dem Publikum. Ein Rückblick auf ihr Schaffen der letzten zehn Jahre. Nicht chronologisch. Ein Thema schließt sich dem anderen an, und es entstehen spannende Verbindungen. Zum Hauptthema werden die Gefühle und Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre, der Corona-Zeit. Der Begriff Nachhaltigkeit beschäftigte viele. „Ich würde so gern das Klima retten, aber ich bin vehement inkonsequent“, so Fee Badenius. Sie wünsche sich so sehr, bei den Guten zu sein, aber sie könne nur über ihr Scheitern berichten. „Jetzt habe ich schon wieder was online bestellt.“ Sie fahre gern Auto, gibt sie zu. Esse auch schon mal gern Fastfood. „Ich habe Respekt für jeden, der in einem Haus ohne Heizung lebt“, heißt es in ihrem Lied.

Zeitlose Themen, wie Männergeschichten und Frauenfreundschaften macht Fee Badenius zum Thema ihrer Lieder.

Aussortieren, entrümpeln, sich von unnötigen Dingen befreien – ein weiteres Thema während der Corona-Zeit. Seine Sammlung von Schlümpfen auszusortieren, habe ihr Mann angefangen. Sie habe versucht, die Zahl ihrer Kuscheltiere loszuwerden. Die kann man doch nicht wegwerfen, habe sie gedacht. Nicht wenn sie einen so traurig angucken. Und auch die Sammlung kaputter Uhren, alter Handys sei noch da. Vielleicht kann man sie ja noch reparieren, habe sie sich gesagt. Ihr Fazit: „Ich sitze einfach in meinem Chaos und fühle mich wohl.“ Alles sei autobiografisch, versichert die Künstlerin. „Aber ich lüge auch“, verrät sie. „Doch ein Körnchen Wahrheit ist immer dabei.“

Zeitlose Themen, wie Männergeschichten und Frauenfreundschaften macht Fee Badenius zum Thema ihrer Lieder. Hunderte von Liedern habe sie für Männer geschrieben, die sie „rumkriegen“ wollte. Habe meist nicht geklappt, verrät sie. Frech behauptet sie: „Ich bin schön, total chic und furchtbar interessant, total niedlich.“ Wer es nicht merke, der habe wohl Tomaten auf den Augen. Dann wird es wieder poetisch, wie in ihrem Lied: „Spiel ich eine Rolle in deinen Gedanken.“

Fee Badenius traut sich, auch ganz intime Gefühle mit ihren Zuhörern zu teilen. Eine anrührende Geschichte über ein Weihnachtsfest in ihrer Kindheit erzählt von Liebe in der Familie, auch wenn die Bescherung nicht üppig war. Ganz still wurde es im Saal bei dem Lied, in dem die Liedermacherin vom Tod ihrer Mutter erzählt. „Ich trage dein Lächeln auf meinem Gesicht“, heißt es darin. Und „Du bist nicht mehr hier, doch ich verliere dich nicht.“ Solche Themen verbinden eher als dass sie trennen, meint die Künstlerin.

Nicht zum ersten Mal trat Fee Badenius in Eupen auf. Zweimal sei sie bereits in Eupen gewesen, sagt sie. „Ich habe Eupen super in Erinnerung“, fügt sie an. Auch diesmal habe sie die Atmosphäre als herzlich und warm empfunden. „Eupen ist ein guter Ort, um wieder einzusteigen.“ Mindestens 60 Zuschauer hätten an der Kabarettveranstaltung im Jünglingshaus unter Corona-Bedingungen teilnehmen können. Es kamen nur rund 40.

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