Der Preis möchte Lehrer und Lehrerinnen belohnen, die in ihrem Beruf Hervorragendes leisten und dabei auch darauf achten, die Persönlichkeit ihrer Schüler mithilfe pädagogischer Projekte bestmöglich zu entwickeln. Die Preise richten sich an Pädagogen aus den drei Gemeinschaften, wobei die Preise auch pro Gemeinschaft verliehen werden.
Das BIB unterhielt engen Kontakt zu den Eltern und die Lehrer kümmerten sich sogar um die Verteilung aller Unterrichtsunterlagen.
Über den ersten mit 6.500 Euro dotierten Preis darf sich das BIB freuen, das sich in Corona-Zeiten die bestmögliche Begleitung aller Schüler auf die Fahnen geschrieben hat. Die Coronakrise habe das BIB vor große Herausforderungen gestellt. Von einem Tag auf den anderen habe man die Schule nicht mehr betreten dürfen, sodass die Lehrerschaft sich von zu Hause aus komplett neu organisieren musste, erklärte Direktor Philippe Noel bei der Vorstellung seines Schulprojekts. Als kleine Sekundarschule auf dem Lande habe man den Schülern eine bestmögliche Begleitung garantieren wollen. In Zusammenarbeit mit dem Lehrpersonal und den Erziehern sei dann einiges in die Wege geleitet worden, um dieses Ziel zu erreichen. Man habe unter anderem die Unterrichte auf Fern- und Hybridunterrichte angepasst, es sei eine individuelle Betreuung für Schüler mit Schwierigkeiten eingerichtet worden. Das BIB bot auch die Möglichkeit des Fernunterrichts aus der Schule heraus, unterhielt engen Kontakt zu den Eltern und schließlich kümmerten sich die Lehrer sogar um die Verteilung aller Unterrichtsunterlagen. Im Juni 2020 habe man dafür gesorgt, allen Schülern den Schulbesuch zu ermöglichen. So habe man jeden Schüler nochmal gesehen und nochmal in den Schulalltag eingebracht. Auch die Zeugnisverteilung habe in der Schule stattgefunden und auch die Abiturienten seien gebührend verabschiedet worden. Die Diplomverleihung des BIB fand in Zusammenarbeit mit dem Büllingener Kino Scala im Rahmen eines Autokinos statt.
Der zweite Preis (4.000 Euro) ging an das Leitungs- und Unterrichtsteam sowie die Kinder der Grundschule Schönberg-Lommersweiler-Neidingen-Wallerode-St.Vith. Bei ihrem Projekt ging es um den Ausbau und die Verbesserung der digitalen Kommunikation zwischen Elternhaus, Schule und Schüler, erklärte Direktor Dieter Keller. Hierfür musste zunächst abgeklärt werden, ob jeder Haushalt technisch ausreichend ausgestattet war. Dort, wo kein Endgerät vorhanden war, wurde dies zur Verfügung gestellt. Hinzu kam ein schuleigener YouTube-Kanal, über den ein Antivirus-Rap, Mitmachlieder, Bastelanleitungen oder Tanzanimationen in die Wohnzimmer der Kinder gelangten. In Schönberg setzt man ebenfalls auf die SchoolFox-App, mit deren Hilfe Lehrer, Eltern, Schüler und Schulleitung Texte, Bilder und Dateien teilen können. Schließlich sollte auch die erfolgreiche Bewerbung beim Wettbewerb „Ecole numérique“ nicht unerwähnt bleiben. Dadurch erhielt das Schulzentrums insgesamt 96 iPads.

Dr mit 2.500 Euro dotierte dritte Preis ging an die Städtische Grundschule Oberstadt (SGO), die sich unter dem Motto „Wir bleiben vernetzt, denn wir sind online!“ postuliert hatte. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schulschließungen richtete die SGO mit Hilfe einer im Elternrat engagierten Mutter eine eigene Webseite ein. Diese Seite avancierte schnell zum „Sprachrohr“ der Schule. Innerhalb einer Woche sei es gelungen, ein Programm für alle Schüler – vom Kindergarten bis zum 6. Schuljahr – auszuarbeiten und vor allem auch online anzubieten. Die Lehrer erstellten Videos, in denen die Unterrichte vermittelt wurden. Für die Lehrer war dies eine Herausforderung, da sie sich nämlich zunächst mit der Technik vertraut machen mussten. Aber auch in die Begleitung von schwächeren Schülern habe man viel Zeit investiert. Dies alles habe das Kollegium zusammengeschweißt, so Schulleiterin Sandra Mentenich-Huppermans.
An der Preisverleihung in den Königlichen Gewächshäusern von Laeken nahm DG-Bildungsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) online teil. Sie richtete sich in einer Videobotschaft an die Festgesellschaft in Laeken: „Die Preisträger stehen für mich stellvertretend für das, was das Lehrpersonal landesweit in den vergangenen Monaten geleistet hat“, so die Ministerin einleitend. Der Lehrerberuf habe sich mit der Corona-Pandemie signifikant verändert. Die Lehrer hätten sich innerhalb kürzester Zeit mit digitalen Kommunikationsmitteln vertraut machen und ihre Unterrichte umstellen müssen. Zusätzlich hätten sie ihren Schülern und deren Eltern bei der Bewältigung des neuen Schulalltags begleiten und unterstützen müssen.
Die größte Herausforderung sei aber der Verzicht auf den direkten Austausch mit Kollegen und Schülern gewesen, so die Ministerin. In Ostbelgien hätten Ende 2020 parallel Präsenz- und Fernunterrichte vorbereitet werden müssen. Für die Schulen sei dies eine anstrengende Zeit gewesen, aber dennoch hätten alle stets ihr Bestes gegeben, um allen Schülern gerecht zu werden und diese nach Möglichkeit auch individuell zu fördern. Die prämierten Schulprojekten zeigten, dass Lehrer mit viel Kreativität und Kämpfergeist immer wieder neue Wege gefunden hätten, um den Schulalltag in der Krise aufrecht zu erhalten, schloss Ministerin Klinkenberg, die sich natürlich stolz darüber zeigte, dass drei Preisträger aus der DG für ihre Projekte und ihren Einsatz ausgezeichnet wurden. (um)


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