In seinem neunten Werk befasst sich Lejoly, seines Zeichen auch Vizepräsident der Vereinigung „Malmedy Folklore“, mit dem Bau der Staudämme in Bütgenbach und Robertville. „General Hermann Baltia hatte damals entschieden, die Region, über die er die Verwaltung hatte, zu elektrifizieren. Dies ging in seinen Augen nur durch Bau von Staudämmen.“
Lejoly hat insgesamt zwei Jahre an dem Buch gearbeitet. „Ich hatte das Glück, von einem italienischen Mitbürger aus Malmedy unzählige private Aufnahmen vom Bau der Staudämme zu erhalten.“ Man muss wissen, führt Lejoly weiter aus, dass es damals in Belgien keine Unternehmen gab, die derartige gewaltige Bauprojekte stemmen konnten. Deswegen hatte sich Baltia an italienische Firmen gewandt. Der Historiker bemerkt auch, dass es ebenfalls ein Projekt gab, um einen Staudamm auf der Amel auf Höhe von Ondenval zu errichten. Dieses Vorhaben wäre mit deutschen Geldern finanziert worden. Damit liegt die Vermutung nahe, dass dieses Vorhaben bei einem anderen Ausgang der Volksbefragung zum Tragen gekommen wäre.
Auf 278 Seiten werden 300 Fotos gezeigt.
Das 278 Seiten starke Buch ist mit über 300 Fotos bebildert. „Ich wollte vor allem die Bilder sprechen lassen, denn diese sagen doch mehr als viele Worte“, so der Autor im Gespräch.
Und wie gesagt, praktisch das gesamte Material ist bisher niemals veröffentlicht worden. Verschiedene Ansichten zeigen auch, wie die beiden Regionen damals aussahen. Außerdem wird der Bau der Staumauern von A bis Z dokumentiert. Auf dem Gelände der Talsperre von Robertville standen zwei Mühlen, in Bütgenbach eine. Alle wurden dem Erdboden gleichgemacht. Guy Lejoly schätzt, dass am Bau um die 500 Personen beschäftigt waren. Viele von diesen Gastarbeitern sind dann auch in der Gegen geblieben und ansässig geworden
Das Buch ist in der Buchhandlung Cunibert (Malmedy), im Malmundarium und in der Total-Tankstelle in Weismes erhältlich. In Kürze folgen noch weitere Verkaufspunkte. Das Buch kostet 33 Euro. Man kann es beim Autor auch direkt beziehen: Tel. 080/679828. Dieser verschickt es bei Anfrage auch per Post an den Besteller. Dann kostet es 40 Euro.
Danken möchte Guy Lejoly den Gemeinden Malmedy und Weismes, dem Kultur- und Erziehungszentrum Weismes sowie Energieversorger Engie. Sein Antrag auf Unterstützung bei der Gemeinde Bütgenbach wurde laut eigener Aussage abgelehnt.
Das Buch ist Zeitzeuge einer Epoche, die vor rund 100 Jahren Ostbelgien maßgeblich zu verändern begann. (glo)

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