Als eine tolle Chance, die zwar mit enormem Mehraufwand und harter Arbeit verbunden gewesen sei, bezeichnete PDG-Mandatarin Inga Voss-Werding (Ecolo) die Vorbereitung und Durchführung des diesjährigen Eupen Musik Marathons. Auch wenn die Veranstaltung am 29. und 30. Mai nicht ausverkauft war – an jedem Tag hätten 200 Personen das Festival besuchen dürfen – hätten die Veranstalter erfolgreich ein Zeichen setzen können als Schritt zurück in die Normalität. Die Ecolo-Mandatarin hinterfragte die Gründe dafür, dass die Veranstaltung nicht ausverkauft war, und wollte zudem wissen, ob man Vergleiche zu anderen Testveranstaltungen im Land ziehen könne. Seitens der SP-Fraktion wollte Patrick Spies wissen, welche Bilanz man aus der Testveranstaltung ziehen könne und ob es bereits Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Studie gebe, die ja an der Testveranstaltung gekoppelt sei.
Ministerin Weykmans erklärte eingangs, dass es auch in der Wallonie Testveranstaltungen gegeben habe, bei denen die Anzahl der Teilnehmer unter der maximal zulässigen Höchstgrenze geblieben sei. Hinzu komme, dass laut der föderalen Auflagen sowohl Besucher als auch Helfer und Musiker einen Selbstgentest am Eingang und einen klassischen PCR-Test sieben Tage nach der Veranstaltung „über sich ergehen lassen mussten“. Das stelle eine gewisse Hemmschwelle dar, so die Ministerin.
Beim Eupen Musik Marathon standen der Aspekt der
Selbsttests und der Festivalcharakter
im Mittelpunkt.
Die rund 30 Testveranstaltungen, die belgienweit noch bis Mitte Juni organisiert würden, müssten als laufender Prozess verstanden werden. Bei den verschiedenen Events würden unterschiedliche Aspekte getestet. In einer Testserie konzentriere man sich beispielsweise auf die CO2-Werte bei einer Indoor-Veranstaltung, während es bei anderen Events um die PCR-Speicheltests unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung ginge, deren Resultate aber erst einige Tage später vorgelegen hätten.
Beim Eupen Musik Marathon standen der Aspekt der Selbsttests und der Festivalcharakter im Mittelpunkt. Man habe die Veranstaltung genutzt, um die bestehenden Protokolle auf den Prüfstand zu stellen, erklärte Ministerin Weykmans. Es sei allerdings so, dass die Resultate aller belgischen Testveranstaltungen vom Corona-Kommissariat ausgewertet werden. Sie bildeten die Grundlage für künftige Entscheidungen des Konzertierungsausschusses.
Eine gute Neuigkeit im Zusammenhang mit dem Eupen Musik Marathon sei sicherlich die, dass an beiden Tagen kein Teilnehmer, Organisator, ehrenamtlicher Helfer, Musiker oder Techniker positiv getestet worden sei.
Am vergangenen Wochenende seien auf dem Parkplatz an der Mehrzweckhalle Kettenis die PCR-Testung durchgeführt worden. Die für wissenschaftliche Nachbereitung erforderlichen Resultate lägen aber noch nicht komplett vor, erklärte die Ministerin. Sicher sei, dass 244 Personen getestet worden seien: Es habe keinen positiven Test gegeben. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass es nicht verpflichtend gewesen sei, sich in Kettenis testen zu lassen. Die Besucher aus dem Inland oder Teilnehmer aus der Eifel hätten sich auch in näher gelegenen Zentren testen lassen können. Allerdings seien alle Verschreibungen vom gleichen Arzt unterzeichnet worden.
Ministerin Weykmans erklärte ebenfalls, dass man, ihrer Meinung nach, bei der Testveranstaltung mehr Mut hätte beweisen können. Sie sei der Ansicht, man hätte aufgrund der Anwendung von Selbsttests und aufgrund der Tatsache, dass das Musikevent draußen stattgefunden habe, ganz auf Masken verzichten können. Die Ministerin ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, dass man selbst eine Tanzfläche hätte ermöglichen können. Aber all dies sei weder vom Corona-Kommissariat noch vom föderalen Gesundheitsminister erlaubt worden. „So bleibt zu erwähnen, dass alle anwesenden Gäste endlich noch einmal großartige Konzertmomente genießen konnten und die Freude, andere Menschen zu sehen und einen Austausch zu erleben, überwogen hat“, so Weykmans abschließend. (um)

Kommentare
Kommentar verfassen