„Endlich wieder Leben im Haus“, freuen sich Triangel-Direktor Thomas Hebertz und die Präsidentin der Autonomen Gemeinderegie (AGR), Jana Müsch, nach vielen Monaten, in denen statt Veranstaltungen vor allem Verschiebungen und Absagen auf der Agenda standen. „Public Viewing XXL“ hatte das Kultur- und Messezentrum 2018 zur Fußball-WM geworben, in diesem Jahr wird es eher eine XXS-Ausgabe werden.
Die Zuschauer werden im großen Saal am Tisch bedient.
Seit Sonntagabend liegen die Bedingungen vor, unter denen die Veranstaltung organisiert werden kann. Der Antrag wird nun Bürgermeister Herbert Grommes übermittelt, der sie noch prüfen und genehmigen muss. Wenn dies der Fall ist, werden 200 Personen - sitzend - im großen Saal vor der Leinwand zugelassen. Sie werden in Vierergruppen an Tischen sitzen und dort auch von Kellnern bedient werden. Auch auf der Terrasse des Café Trottinette soll die Begegnung zwischen Belgien und Russland live verfolgt werden können. Hier wird das Spiel mithilfe von drei großen Fernsehern übertragen und von den Tischen aus gut zu sehen sein. Interessenten müssen sich im Vorfeld anmelden und dies möglichst bereits in den Vierergruppen, die auch gemeinsam an einem Tisch setzen werden.
Die Veranstalter sorgen für einen geregelten Zugang, bei dem es nicht zu Menschenansammlungen kommen soll. Im Saal gelten die gleichen Bedingungen wie in der Gastronomie, d.h. bis zum Sitzplatz ist Maske zu tragen, am Tisch selbst kann der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden.
Spätestens um 23.30 Uhr - und damit gut 45 Minuten nach Abpfiff - ist die Veranstaltung beendet.
Noch eine Verhaltensregel gilt bei diesem „Rudelgucken“ unter Corona-Bedingungen: Auch wenn die Emotionen groß sind, muss der Torjubel in Grenzen gehalten werden: Zum einen gilt die 85 Dezibel-Regel, zum anderen ist lautes Singen oder Rufen wegen der Aerosol-Bildung zu vermeiden. „Unter den geltenden Bedingungen ist es für private Veranstalter recht schwierig, ein größeres Public Viewing zu organisieren“, ist Jana Müsch und Thomas Hebertz bewusst. Mit der Begrenzung auf 200 bzw. 400 Zuschauer dürfte es für kleinere, private Veranstalter schwierig werden, alleine die Kosten für die Miete eines großen Bildschirms einzunehmen. „Umso wichtiger ist es, dass wir etwas anbieten“, weist Thomas Hebertz auf die Rolle des Triangel hin. Aus finanzieller Sicht erwartet auch das Kulturzentrum mit diesem Angebot kein großes Geschäft, sondern hofft vielmehr, nach der EM eine schwarze Null schreiben zu können. „Es soll kein Minus in die Kasse reißen. Aber vor allen Dingen geht es uns darum, nach den vielen Monaten Zwangspause das Haus wieder zu beleben“, fasst Jana Müsch zusammen. Details zur Anmeldung werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Übertragen werden sollen alle Spiele der belgischen Nationalmannschaft, wobei die Bedingungen mit dem weiteren Verlauf des Turniers je nach möglichen Lockerungen angepasst werden können.
Wie auch im Corona-Sommer 2020 plant die AGR auch in diesem Sommer neben dem Public Viewing eine Reihe von Veranstaltungen, die im Rahmen der Möglichkeiten vor allem auf der Terrasse bzw. im Außenbereich angeboten werden sollen. Bekannt ist bereits, dass die Fördergemeinschaft die „Summertime“-Reihe 2021 ans Triangel verlegt hat, da dies logistisch einfacher ist, als mit jeder Veranstaltung den Standort zu wechseln.
Da diese Konzerte allesamt freitags stattfinden, wird die AGR sich darauf konzentrieren, donnerstags oder samstags Veranstaltungen im kleinen Rahmen anzubieten. „Wir werden allerdings darauf achten, keine Doppelangebote zu machen“, ist Thomas Hebertz bewusst, dass viele Veranstalter sich derzeit darum bemühen, vor allem regionalen Musikern wieder Auftrittsmöglichkeiten zu bieten und dies dann zu Wiederholungen im Angebot führen könnte.
Hinter dem Herbst und dem Jahr 2022 stehen noch viele Fragezeichen.
Wie es nach dem Sommer oder gar im Jahr 2022 weitergeht, dahinter stehen noch viele Fragezeichen. Wird es wieder Großevents wie das Oktoberfest oder Ballveranstaltungen geben und unter welchen Bedingungen? „Es wird schwierig sein, zum alten Glanz zurückzufinden“, glauben die Verantwortlichen im Triangel, wobei es wohl als positives Zeichen zu werten ist, dass bereits jetzt Karten für Events im Jahr 2023 gekauft werden bzw. viele Karten für verschobene Veranstaltungen bis jetzt nicht zurückgegeben worden sind.

Kommentare
Kommentar verfassen