Das schwer verletzte Tier wurde vor Ort tierärztlich versorgt und anschließend nach Lüttich gebracht, wo sich Spezialisten in der Universitätstierklinik um den schwer verwundeten Hengst kümmerten. Doch auch sie konnten das durch Bisse schwer verletzte Alpaka nicht mehr retten. Tage später erkannte der Eigentümer zudem bei einem weiteren Tier eine oberflächliche Bissverletzung, die sich mit Antibiotika behandeln ließ.
Wie die „Aachener Zeitung“ berichtet, entbrannte infolge der Attacke wieder die öffentliche Diskussion um freilaufende Hunde. Der Hundehalter habe zwar Name und Adresse hinterlassen, eine nennenswerte Entschuldigung habe es aber nicht gegeben. Erik Kersting vom Hundezentrum „Canis Familiaris“ bei Fringshaus kann auf jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit problematischen Hunden zurückblicken. „Der Labrador Retriever ist im Kern ein Jagdhund. Dafür ist er einst gezüchtet worden. Und wenn ich ihn nicht auslaste, dann kann so etwas passieren“, sagte der Hundetrainer der Zeitung. Jeder Hund habe einen gewissen Jagdtrieb, den er ausleben müsse. „Wenn man den Trieb nicht mit einer Ersatzjagd befriedigt, dann baut sich bei dem Tier Frustration auf. Und wenn der Labrador dann auf eine Herde von Alpakas stößt, kann sich das entladen.“
Veterinäramt leitete weiterführende Untersuchung ein.
Jedenfalls sei es ein fataler Irrtum, davon auszugehen, dass Labrador Retriever von Natur aus liebe und brave Tiere seien, mit denen man nicht in die Hundeschule gehen müsse, so Kersting. „Der Hund ist zwar nicht zwangsläufig bösartig, aber er ist wahrscheinlich nur seinen Instinkten gefolgt: Gerade die Retriever werden immer unterschätzt.“
Der Hundehalter muss sich nun einer behördlichen Überprüfung durch das Veterinäramt stellen. Der Hund soll einem Wesenstest unterzogen werden. Dieser soll Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen liefern. (arco/red)

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