Marcel Piecq zeigt im Bütgenbacher Hof lebensfrohe Bilder

Marcel Piecq, mit bürgerlichem Namen Marcel Van Hoyweghen, aus Aldringen stellt erstmals im Hof Bütgenbach 40 seiner über 200 Werke aus, nachdem er bereits vor drei Jahren im Kulturhaus Burg-Reuland eine Ausstellung gezeigt hatte, die aufhorchen ließ.

Die in Bütgenbach ausgestellten Bilder sind in der Zeit von 2019 bis heute entstanden. Der 66-jährige gebürtige Flame aus Oudergem in Flämisch-Brabant lebt seit fünf Jahren in Aldringen, wo er mit seiner aus Blankenberge stammenden zweiten Frau (seine erste Frau starb im Alter von 56 Jahren an einem Gehirntumor) ein Haus renoviert hat.

Schon im Kindesalter seine künstlerische Begabung entdeckt

Er entdeckte bereits als Kind das Interesse für die Kunst durch seine Mutter, die im jungen Alter von 42 Jahren verstarb. Zu dieser Zeit war Marcel Piecq gerade mal 13 Jahre alt. „Meine Mutter, die selbst eine begabte Poetin war und auf einem Boot auf der Seine geboren wurde, hat meine künstlerische Ader entdeckt und gefördert.“

Aus Liebe zu seiner Mutter hat Marcel Piecq den Mädchennamen seiner Mutter als künstlerischen Namen übernommen. Seine Mutter stammte aus Saint-Mammès im Département Seine-et-Marne in der Region Île-de-France. Sehr schnell wurde auch sein Volksschullehrer auf ihn aufmerksam, denn bereits als Elfjähriger erhielt er für seine Malereien bedeutende Auszeichnungen. Da der Vater bei Cockerill in Antwerpen tätig war, musste er, aufgrund der langen Krankheit und des frühen Todes seiner Mutter ins Internat, wo er mehrfach Opfer von Kindesmissbrauch wurde. Diese Verletzungen haben ihn bis zum heutigen stark geprägt. Auch war er aktiver Messdiener, bis er den unsittlichen Annäherungen eines Geistlichen widerstand. "Von heute auf morgen hat er mich dann als Messdiener rausgeworfen", erinnert sich Marcel Van Hoyweghen.

Nicht zuletzt aus diesen schmerzlichen Verwundungen einer harten Kinder- und Jugendzeit und aus einem manchmal aufgewühlten Gefühlsleben heraus entstanden und entstehen seine Kunstwerke. „Die Kunst ist so schön. Sie gibt mir so viel Lebenskraft. Ohne sie würde ich wohl nicht mehr leben, denn das Malen gibt mir Lebensmut und Lebensfreude“, unterstreicht der Künstler mit bewegender Stimme und mit Tränen in den Augen.

Marcel Van Hoyweghen ist in vielerlei Hinsicht künstlerisch begabt. Auch musikalisch lässt er seine Hände auf der Tastatur eines Klaviers oder Keyboards tanzen. „Beim Spielen von klassischer Musik tauche ich in eine andere Welt ein, und mein Herz springt vor Freude über.“

Kraft findet der Künstler in seinem Glauben. „Ohne ihn hätte ich mein Leben niemals meistern können“, blickt er zurück. „Gott ist der Schöpfer, der mir die Fähigkeiten zur Kunst gegeben hat, damit ich anderen Menschen Freude schenken kann.“ Schon als junger Mensch besuchte er gerne Museen und Kunstausstellungen, um aus seinem Gedächtnis heraus die gesehenen Kunstwerke zu Hause nachzumalen. Besonders haben es ihm Künstler wie Van Gogh, Rubens und Claude Monet angetan.

In den letzten Jahren stand er drei Mal kurz vor dem Tod. Schon vor 20 Jahren hatten Herzprobleme den Künstler gezwungen, kürzer zu treten. 2018 ging eine eigentlich einfache Leistenbruchoperation schief und endete in einem lebensbedrohlichen wochenlangen Koma mit langer künstlicher Beatmung. Heute noch hat der 67-Jährige körperlich mit den Folgen zu kämpfen.

Nach der Schulzeit studierte Marcel Piecq Grafik und Kunstdruck und arbeitete als Buchdrucker. Nebenbei bildete er sich weiter an der Akademie Schoten (nahe Antwerpen) und nahm Privatunterricht bei dem Künstler Walter Lebbe, um neue Techniken zu erlernen und vor allem das Innenleben der Kunst besser zu erfahren.

„Aus Liebe zur Natur und zu den Menschen habe ich mich immer mehr in die Malerei vertieft“, erklärt Marcel Piecq seine Motivation für die Malerei. Hier spricht eine Person, die einen feinfühligen Blick auf die Menschen, ja auf alles, was lebt, wirft.

Mit einem besonderen Blick auf die Wirklichkeit drückt er in seinen Gemälden Emotionen und Stimmungen aus. „Ich lasse zunächst meinen Blick schweifen und bleibe bei einer Entdeckung stehen, die ich auf einem Bild im Wechsel von hell und dunkel ausdrücke und zu neuem Leben bringe.“ Die Natur und die Ruhe haben ihn dazu bewogen, das hektische Leben im Umfeld der Stadt gegen die beschauliche Eifel zu tauschen.

Marcel Van Hoyweghen unterstreicht, dass seine Werke aus sich sprechen und eine Botschaft der Harmonie vermitteln möchten. Sie bestechen vor allem durch den hervorragenden und harmonischen Farbensinn. Seine symbolstarke und konkrete Öl-, Acryl und Aquarell-Malerei drückt dabei sein tiefes Seelen- und Gefühlsleben aus und regt zum Nachdenken an. Intuitiv und schöpferisch drückt er seine Sicht vom Leben und von der Welt aus. „Das Malen macht mir große Freude, und ich hoffe, durch die Malerei die Freude an andere weitergeben zu können“, sagt der Künstler auf die Frage nach dem Ziel der Ausstellung.

Gemälde können zu demokratischen Preisen erworben werden.

Seine Gemälde, die in mehreren Wochen entstanden sind, werden zu demokratischen Preisen bis zu höchstens 240 Euro angeboten. „Ich möchte, dass jeder sich ein Gemälde leisten kann, nicht nur der reiche Bruchteil unserer Gesellschaft.“ Seine Bilder sollen kein Luxusgut sein, sondern eher Freude im Alltag verbreiten. Aus den Erfahrungen seiner Kinder- und Jugendzeit hat er sich diese soziale Ader bewahrt.

Gerne steht der Künstler an den Ausstellungstagen für Fragen zur Verfügung. Er ist gespannt auf das Echo der Ausstellung und erwartet daraus neue Impulse und Anregungen für seine weitere künstlerische Tätigkeit. Seine Bilder tragen keine Titel, damit der Betrachter zu einer eigenen Auseinandersetzung mit den Werken finden kann.

Die Ausstellung, die mit Unterstützung der Gemeinde Bütgenbach stattfindet, ist vom 28. Mai bis 13. Juni 2021 im Hof Bütgenbach (Zum Walkerstal 15), jeweils freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

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