Trauer um Joseph Maraite: Ex-Ministerpräsident und ehemaliger Bürgermeister im Alter von 71 Jahren verstorben

<p>Joseph Maraite (Bildmitte), als er Anfang 2020 zum Ehrenbürgermeister ernannt wurde, mit Ministerpräsident Oliver Paasch und der Reuländer Bürgermeisterin Marion Dhur.</p>
Joseph Maraite (Bildmitte), als er Anfang 2020 zum Ehrenbürgermeister ernannt wurde, mit Ministerpräsident Oliver Paasch und der Reuländer Bürgermeisterin Marion Dhur. | Foto: GE-Archiv

Joseph Maraite war nach dem Studium der Germanistik in den 70er Jahren nur relativ kurz im Unterrichtswesen tätig. Umso länger fällt die politische Tätigkeit des CSP-Politikers in Brüssel, in Eupen und in seiner Heimatgemeinde Burg-Reuland aus, nämlich insgesamt 42 Jahre.

Von 1974 bis 1984 war der bekannte CSP-Politiker, geboren am 11. September 1949, Berater verschiedener Minister, zuletzt bei Premierminister Wilfried Martens, der auch zuständiger Aufsichtsminister für die Deutschsprachige Gemeinschaft war, bis zur Staatsreform und dem neuen Autonomiestatus am 30. Januar 1984.

In der Gemeinschaftspolitik in Eupen wirkte der Reuländer 32 Jahre mit, zunächst ab 1977 als Ratsmitglied im heutigen DG-Parlament. Alsdann trat er 1984 in die Regierung der DG ein, wurde Minister, später Ministerpräsident (1986 bis 1999) und war in der Folge Ratsmitglied und Erster Vize-Präsident des PDG (bis 2009).

Auch die Kommunmalpolitik in Burg-Reuland prägte Joseph Maraite entscheidend mit, zunächst ab 1983 während zehn Jahren als Erster Schöffe. Er wurde 2003 Bürgermeister, als Nachfolger des verstorbenen Peter Stellmann, und blieb bis 2017. Seit Anfang 2020 war er Ehrenbürgermeister seiner Heimatgemeinde.

Joseph Maraite war bekannt für seine joviale Art. Als das GrenzEcho ihn beim Abschiedsinterview fragte, wie er sich seinen Ruhestand vorstelle, antwortete er gewohnt schlagfertig: „Da muss sich Ostbelgien keine Sorgen machen… Über Langeweile werde ich bestimmt nicht klagen. Ganz oben stehen Lesen und Reisen. Zudem gibt es in der Gesellschaft neben der Politik vieles zu tun, gerade im sozial-karitativen Bereich“, sagte er Anfang 2017 im GE-Gespräch. (sc)

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