Krise trifft Belgiens Kartoffelbranche - Ungewöhnlicher Aufruf hat gewirkt

<p>„Esst zweimal statt einmal pro Woche Fritten“: Diese Bitte traf die frittenverliebten Belgier zu Beginn der Corona-Pandemie ins Mark.</p>
„Esst zweimal statt einmal pro Woche Fritten“: Diese Bitte traf die frittenverliebten Belgier zu Beginn der Corona-Pandemie ins Mark. | Foto: belga

Die Investitionen in die Branche gingen Belgapom zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zurück. 16,5 Prozent weniger Menschen als 2019 arbeiteten in der Branche. Die Exporte der belgischen Betriebe seien um rund zehn Prozent zurückgegangen sagt Cools. Belgien ist Branchenangaben zufolge der weltgrößte Exporteur von tiefgekühlten Kartoffelprodukten wie Fritten.

Für Aufsehen hatte ein Aufruf von Romain Cools im April 2020 an die Belgier gesorgt, zweimal statt einmal pro Woche Fritten zu essen. Weil vor allem Exporte ausblieben, blieben Bauern damals auf ihren Kartoffeln sitzen und die Kühlkammern waren randvoll. Ein Jahr danach ist Cools sicher: „Der Aufruf und das Medieninteresse hatten einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen.“

Die berühmten belgischen Frittenbuden wurden von der Krise dagegen weniger kalt erwischt als verarbeitende Industrie und Exporteure. Er tue sich schwer damit, sie als Opfer zu bezeichnen, sagt Bernard Lefèvre, Vorsitzender des nationalen Dachverbands der Frittenbudenbetreiber Navefri. Denn in der „großen Familie“ der Gastronomie hätten die Frittenbuden zumindest durchgehend die Möglichkeit gehabt, etwas zu verkaufen. Umsatzeinbußen von 20 bis hin zu 80 Prozent habe es aber dennoch gegeben, von Touristen abhängige Buden in den Großstädten seien stärker betroffen gewesen. (dpa/calü)

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