Reaktionen aus dem Gesundheitssektor: „Schließt Sciensano“

<p>Der Druck auf die Intensivstationen ist weiterhin hoch.</p>
Der Druck auf die Intensivstationen ist weiterhin hoch. | Foto: belga

Die Geschäftsführerin des Pflegeverbands Zorgnet-Icuro, Margot Cloet, ist besorgt angesichts der am Mittwoch beschlossenen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Sie forderte die Politik dazu auf, von einer allzu schnellen Öffnung abzusehen.

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Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Schleck,

    Ich habe die von Ihnen verlinkte Analyse gelesen. Dazu folgende Bemerkungen:

    a) Laut dieser Analyse starben im Rahmen der ersten Welle 7.910 Menschen im ZUSAMMENHANG mit COVID-19. Ich erinnere daran, dass in den ersten vier Monaten des Jahres 2015 insgesamt 5.827 Menschen AN der Grippe starben.

    b) Dann räumt Sciensano ein, dass im Verlauf der zweiten Welle die Übersterblichkeit geringer ausfiel, als die Anzahl der Corona-Toten hätte erwarten lassen. Das heißt, ohne die Corona-Toten hätte Belgien im Winter eine deutliche Untersterblichkeit vermelden können. Die Erklärung von Sciensano ist rein spekulativ: „On peut imaginer une diminution du nombre de décès liés aux accidents de la route, au sport, à la vie nocturne ou aux accidents du travail, lors du confinement.“ ("Eine Erklärung wäre, dass die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen, Sport, Nachtleben oder Arbeitsunfällen während der Einschränkungsmaßnahmen abgenommen hat“), oder „il est également possible qu’une faible proportion des personnes décédées du COVID-19 soient décédées d’autres causes dans la même année.“ („Es ist auch möglich, dass ein kleiner Teil derjenigen, die an COVID-19 starben, im selben Jahr an anderen Ursachen starb.“).

    c) Sciensano blendet die Möglichkeit, dass die Kolateralschäden der Corona-Maßnahmen für zusätzliche Todesfälle verantwortlich sein könnten (verzögerte Behandlungen, höhere Anfälligkeit aufgrund geschwächtem Immunsystem, etc.) völlig aus.

    Wenn man bedenkt, dass Sciensano sich auch der Wissenschaft verpflichtet fühlt („science and health are central to our mission“) kann man ob der hier dargebotenen Analyse nur den Kopf schütteln.

    Quellen :
    https://www.sciensano.be/en/about-sciensano

    https://www.lesoir.be/542/article/2015-06-07/virus-de-la-grippe-pres-de-...

  • Ja, der Herr Schmitz, an Arroganz nicht mehr zu überbieten, vergleicht er doch den - immerhin - Dekan einer medizinischen Fakultät mit einem "bockigen Kind", behandelt Sciensano wie einen kleinen Schuljungen: "Na, mal wieder deine Hausaufgaben nicht gemacht!"

    Warum? Weil Sciensano Corona weiterhin eine Pandemie nennt.

    Sehen wir uns doch mal die Definition von "Pandemie" an:

    "Pandemie (von altgriechisch παν pan ‚gesamt, umfassend, alles’ und δῆμος dēmos ‚Volk‘) bezeichnet eine „neu, aber zeitlich begrenzt in Erscheinung tretende, weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i. d. R. auch mit schweren Krankheitsverläufen. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt,
    es kann aber auch bei Pandemien Gebiete geben, die nicht von der Krankheit betroffen werden."(Wikipedia)

    Siehe auch: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Pandemie/FAQ18.html

    Es ist also doppelt falsch, wie Herr Schmitz das tut, sich dabei nur auf Belgien und nur auf die Todeszahlen zu beschränken.

    Was nun die "Hausaufgaben" betrifft, die Oberlehrer Schmitz Sciensano aufbrummt, so wurden die für 2020 durchaus gemacht:
    https://www.sciensano.be/fr/coin-presse/analyse-de-la-surmortalite-liee-...

    Wenn man Herrn Schmitz folgen würde, der an anderer Stelle triumphierend auf Südafrika verweist, so sollten wir wohl umgehend mit dem Impfen aufhören, da die Pandemie sich ohnehin totläuft. Auch sollten wir alle Kontaktbeschränkungen ebenfalls einstellen... und Sciensano würde in der Tat nicht mehr gebraucht.

    Selbst der ansonsten eher unorthodoxe Boris Johnson ist da wesentlich vorsichtiger als Herr Schmitz:
    https://www.fr.de/politik/corona-grossbritannien-boris-johnson-corona-lo...
    Aber wer ist schon Boris Johnson?

  • Dirk Devroey, Dekan der Fakultät für Medizin und Pharmazie an der Freien Universität Brüssel (VUB) reagiert wie ein bockiges Kind, wenn er sagt:“Alles wieder offen. Dann schließt Sciensano, denn Infektionszahlen werden auch nicht mehr gebraucht“.

    Man sollte Sciensano nicht schließen, aber Sciensano könnte mal seine Hausaufgaben machen und u.a. erklären, inwiefern noch von einer Pandemie die Rede sein kann, wissend dass in Belgien die Sterblichkeit seit Mitte Dezember 2020 (!) das erwartete Toleranzband nicht mehr überschritten hat, und sage und schreibe seit Anfang Januar 2021 die Sterblichkeit sich sogar ununterbrochen in der unteren Hälfte dieses Toleranzbandes befindet.

    Des Weiteren könnte Sciensano die Bürger mal darüber informieren, wie hoch denn die Belegungsquote der Intensivbetten in den vergangenen Jahren im Verlauf der jeweiligen Grippezeit war.

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