Sturm aufs US-Kapitol: Zwei Polizisten verklagen Ex-Präsident Trump

<p>Anhänger des damaligen US-Präsidenten Trump stürmen das US-Kapitolgebäude, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten. Bei der Erstürmung des Sitzes des US-Kongresses Anfang Januar haben sich nach Schätzungen der Kapitol-Polizei etwa 800 Anhänger von Trump Zutritt zu dem Gebäude verschafft.</p>
Anhänger des damaligen US-Präsidenten Trump stürmen das US-Kapitolgebäude, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten. Bei der Erstürmung des Sitzes des US-Kongresses Anfang Januar haben sich nach Schätzungen der Kapitol-Polizei etwa 800 Anhänger von Trump Zutritt zu dem Gebäude verschafft. | Foto: dpa

Wegen der erlittenen physischen und psychischen Schäden fordern sie mindestens 75.000 Dollar (etwa 64.000 Euro) Schmerzensgeld. Es handele sich um die erste Klage von Kapitol-Polizisten gegen den früheren US-Präsidenten, hieß es.

Bei dem Sturm auf das Kapitol nach einer Trump-Kundgebung waren fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Polizist. Trump hatte zuvor unweit des Weißen Hauses eine Kundgebung abgehalten und dabei erneut von einem gestohlenen Wahlsieg gesprochen. Anschließend zogen Hunderte seiner Anhänger zum Kapitol, wo die Kongressabgeordneten zusammengekommen waren, um den Wahlsieg von Joe Biden zu bestätigen. Die Sicherheitskräfte des Parlaments konnten den Angriff nicht stoppen.

In der vor einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage bringen die beiden Kapitol-Polizisten unter anderem vor, Trump habe den Mob, „angeheizt, ermutigt, aufgestachelt und dirigiert“. Sidney Hemby sei dabei unter anderem gegen die Türen des Kapitols gedrückt und mit Chemikalien besprüht worden, zitierte auch die „Washington Post“ aus der Klageschrift. James Blassingame gab demnach an, er sei gegen eine Steinsäule geschleudert worden und habe am Rücken sowie am Kopf Verletzungen erlitten.

Die Demokraten warfen Trump „Anstiftung zum Aufruhr“ vor und setzten ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn in Gang, was allerdings mit einem Freispruch endete. Trump selbst wies bisher jegliche Verantwortung zurück. (dpa/tf)

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