CSL zur Schule Lichtenbusch: „Ernsthaftes Bemühen sieht anders aus“

<p>Als am Mittwoch den Gemeindeverantwortlichen die Petition zum Erhalt des Lichtenbuscher Schulstandorts überreicht wurde, waren unter anderem auch die CSL-Ratsmitglieder Mario Pitz, Tom Simon und Jérôme Franssen vor Ort.</p>
Als am Mittwoch den Gemeindeverantwortlichen die Petition zum Erhalt des Lichtenbuscher Schulstandorts überreicht wurde, waren unter anderem auch die CSL-Ratsmitglieder Mario Pitz, Tom Simon und Jérôme Franssen vor Ort. | Foto: Ralf Schaus


Bürgermeister Erwin Güsting (Mit Uns) bezeichnete das Agieren Ihrer Fraktion in der Akte Schule Lichtenbusch am Mittwoch als „polemisches Buhei ohne jegliche Grundlage, ohne Vorschläge und konkrete Ideen“. Was sagen Sie zu dieser Breitseite?


Pitz: Es ist schon nachweislich belegt, wie sehr sich die CSL im letzten Jahrzehnt für die Schule Lichtenbusch eingesetzt hat. Und uns nun vorzuwerfen, wir würden uns nicht aktiv einbringen, halte ich schon für ziemlich daneben.

Franssen: Diese Aussage ist einfach befremdlich und eigentlich schlechter Stil seinerseits. Wenn der Bürgermeister meint, er müsste definieren, wie ein Diskurs abzulaufen habe und er die Deutungshoheit haben müsse, dann hat er meiner Ansicht nach nicht verstanden, wie ein Gemeinderat funktioniert. Wir müssen ihn nicht fragen, ob wir eine Meinung zu einem Thema haben.


Der sachliche Kern von Erwin Güstings Argumentation im GrenzEcho-Interview war, dass er den Zeitpunkt für eine öffentliche Diskussion für verfrüht hält. Teilen Sie diese Einschätzung?


Pitz: Den Zeitpunkt der Elternratsaktion haben ja nicht wir festgelegt. Der Elternrat hat völlig autonom agiert – und das finde ich auch gut. Wir, als CSL, haben da jetzt nicht bewusst etwas in Gang gesetzt. Im Gegenteil: Wir haben in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Vorschläge gemacht – zuletzt eben auch raumplanerische Vorschläge –, und haben den Dialog mit dem Gemeindekollegium gesucht. Vielleicht aber nicht in der Form, wie die Mehrheit sich das wünscht.

Franssen: Ich möchte an dieser Stelle nochmal klipp und klar sagen, dass wir daran interessiert sind, eine Lösung zu finden. Und diese muss lauten, dass die Schule tatsächlich auch in Lichtenbusch bleibt. Man erklärt uns seit vergangenem Sommer, dass noch dies und jenes geprüft werden müsse. Da stelle ich mir schon die Frage, wann man denn endlich alles geprüft hat. Ein ernsthaftes Bemühen sieht für mich definitiv anders aus.


Ein Informationsfluss zum Stand der Dinge müsste doch in den zuständigen Gemeinderatskommissionen erfolgen.


Pitz: In den Kommissionen wird das Thema nicht explizit behandelt. Es gab mal eine Arbeitsgruppe, die aber nur solange funktioniert hat, bis wir unseren Standpunkt deutlich gemacht und einen Prinzipbeschluss in dieser Angelegenheit gefordert haben. Irgendwann fühlten wir uns in diesem Rahmen dann aber auch nicht mehr mitgenommen. Informationsmäßig spielte sich das Ganze nicht mehr auf Augenhöhe ab. Damit war die Arbeitsgruppe ad acta gelegt – und das einzige, was man zur Schule Lichtenbusch in der Öffentlichkeit wahrnehmen konnte, waren die Nachfragen und Ideen, die wir immer wieder im Gemeinderat vorgebracht haben.


Nüchtern betrachtet liegen derzeit ja drei Optionen auf dem Tisch: Veränderungen am jetzigen Standort, Neubau an anderer Stelle in Lichtenbusch oder eben eine Fusion mit der Schule in Eynatten. Welches Modell präferiert die CSL?


Pitz: Lichtenbusch ist mit 157 Kindern keine kleine Schule. Wenn diese Kinder nun nach Eynatten umziehen müssten, würde dies in den nächsten Jahren in Eynatten zum Kollaps führen. Denn Eynatten verzeichnet aktuell auch ein sehr starkes Wachstum. Es vergeht dort ja kaum ein Monat, in dem nicht irgendein großer Gebäudekomplex genehmigt wird. Eine Fusion ist für uns alleine vor einem technischen Hintergrund sicherlich kein Allheilmittel. Mit einer Verschmelzung würden wir uns deshalb keinen Gefallen tun.


Die CSL lehnt eine Fusion kategorisch ab?


Pitz: Ich bin davon überzeugt, dass es in Lichtenbusch noch viele Steine umzudrehen gibt, und ich bin auch guten Mutes, dass es dort klappen wird. Aber dafür muss der politische Wille auch bei allen Akteuren da sein.

Franssen: Und ob die Kostenersparnis wirklich so signifikant sein wird, wenn man die beiden Schulen fusioniert, kann ich mir nicht vorstellen. Die Investitionskosten sind ja nur das eine. Was dauerhaft zu Buche schlägt, sind die Betriebskosten. Und man darf auch nicht vergessen, dass es bei der ganzen Sache nicht nur um finanzielle Aspekte geht. Die Faktoren Lebensqualität und Mobilität sind meiner Meinung nach wesentliche. Ich erkenne deshalb aktuell keinen Grund, wieso man nicht alle Anstrengungen unternehmen sollte, um den Schulstandort Lichtenbusch zu erhalten.


Sie sprachen den politischen Willen an. Dieser ist als Beobachter nur schwer zu beurteilen. Fest steht jedoch: Der Druck auf die politischen Entscheidungsträger nimmt durch die öffentlichen Aktionen in dieser Woche zu. Wie sollte in Ihren Augen nun das weitere Vorgehen ausschauen?


Franssen: Die Vertreter des Elternrats haben es ja eigentlich auf den Punkt gebracht: Es fehlt aktuell an Transparenz. Die Ratsmehrheit sollte sehr bald Klarheit über ihre Gedanken schaffen, über die man dann auch miteinander diskutiert. Am Ende muss es dann im Gemeinderat zu einem Prinzipbeschluss kommen. Es darf nicht sein, dass das Kollegium hinter verschlossener Türe eine Entscheidung trifft – und dann ist es das gewesen.

Pitz: Es stünde dem Gemeindekollegium sicherlich gut zu Gesicht, wenn das Thema transparent behandelt würde. Dann wäre es sicherlich für alle Seiten – auch für Lehrerschaft und Elternrat – besser nachvollziehbar.

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