Die Bayern träumen vom nächsten Gipfelsturm

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Leon Goretzka soll gegen Lazio Rom eine Schlüsselrolle einnehmen. | Foto: dpa

Die Bosse träumen schon von einer „Ära“ in der Champions League und sehen eine „sehr gute Chance“ auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Und auch Hansi Flick wischte die vielfältigen Alltagssorgen vor der Reise in die „ewige Stadt“ beiseite. „Die Champions League ist für uns eine besondere Sache, das sind besondere Spiele. Da erwarte ich, dass die Mannschaft besonders motiviert ist“, sagte der Trainer vor dem Achtelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom am Dienstag (21.00 Uhr) bestimmt.

Formschwäche hin, personelle Probleme her: Der italienische Spitzenklub um den Ex-Dortmunder Ciro Immobile soll beim neuerlichen Gipfelsturm nur ein Zwischenschritt sein. Vorstand Oliver Kahn sieht „eine sehr gute Chance, dass wir in dieser Saison sehr weit kommen“. Und auch Sportchef Hasan Salihamidzic hat schon das Finale am 29. Mai in Istanbul im Blick, wenn er sagt: „Diese Mannschaft ist in der Lage, eine Ära zu prägen.“

So wie einst Real Madrid. Den Königlichen war es als erstem und bislang einzigem Team gelungen, Europas Fußball-Krone zu behalten. Von 2016 bis 2018 gelang den Spaniern sogar der Titel-Hattrick. Träume von derartigen Höhen hält sogar Kahn für „vermessen“, wie er dem kicker sagte. Für den Super-Coup müsse „alles passen“, betonte Flick, Thomas Müller nennt ihn „außergewöhnlich und sehr schwierig“, aber: „Unmöglich ist nichts.“

Doch Müller ist wegen seiner Corona-Quarantäne zur Tatenlosigkeit verdammt. Obwohl neben dem wichtigen Anführer beim Abflug am Montagnachmittag in Serge Gnabry, Benjamin Pavard, Corentin Tolisso und Douglas Costa weitere wichtige Alternativen fehlten, betonte Flick, er habe „absolutes Urvertrauen“ in sein Team. Hoffnung macht das starke Comeback von Leon Goretzka gegen Eintracht Frankfurt, dem Flick nach einem längeren Gespräch eine Startelf-Garantie gab. Der von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge angezählte Niklas Süle ist angeschlagen, für ihn sei Joshua Kimmich rechts hinten eine Option. Um den freien Mittelfeldplatz kämpfen dann Jamal Musiala, Marc Roca und Eric Maxim Choupo-Moting.

Die Historie spricht nicht für die Bayern. Von den vorherigen 27 Champions-League-Siegern erreichten nur sechs in der darauffolgenden Saison erneut das Finale: Der AC Mailand (1995), Ajax Amsterdam (1996), Juventus Turin (1997), Manchester United (2009) und eben Real (2017 und 2018). „Du musst eine perfekte Saison spielen“, weiß Flick.

Rummenigge zur Chance auf die Titelverteidigung: „Die Qualität und Mentalität geben das her.“

Doch davon ist der Rekordmeister aktuell ein gutes Stück entfernt. Nach den Rückschlägen gegen Bielefeld (3:3) und in Frankfurt (1:2) ist sogar der heimische Titelkampf wieder spannend. „Bayern hat die gleichen Probleme wie fast alle Spitzenteams in Europa: Viele Spiele, wenig Training, hohe Belastung. Das hinterlässt Spuren“, sagte Bundestrainer Joachim Löw bei Sport1. Doch während Manchester City oder Paris St. Germain (trotz der Niederlage gegen Monaco am Sonntag) zuletzt massiv ins Rollen kamen, stockte der Bayern-Motor.

Salihamidzic hält dagegen: „Wir haben jetzt eine Topmannschaft mit einem überragenden deutschen Kern, dazu internationale Topspieler, die Weltmeister und Weltfußballer wurden.“ Er sieht den FC Bayern „natürlich“ dazu in der Lage, „die Champions League noch einmal zu gewinnen, die Qualität und Mentalität geben das her“.

Doch schon die erste Hürde ist hoch, warnt Lazio-Kenner Miroslav Klose. „Wir müssen wieder unsere gewohnte Leistung bringen, sonst sind wir kein Favorit“, sagte Flicks Assistent, der einst für die Römer stürmte. Immobile, der in der Vorrunde gegen Ex-Klub Dortmund (3:1/1:1) zweimal traf, hält er für „besonders gefährlich“. (sid/tf)

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