Belgische Kompromisse nennt man faule Kompromisse. Das, was man dem Volk am Freitag vor die Füße geworfen hat, ist nichts anderes als ein solcher fauler Kompromiss.
Ein Satz mit x: Das war wohl nix
Jetzt weiterlesen – und noch viele weitere Artikel…
Mit dem Basic-Abo haben Sie Zugang zu allen Artikeln bereits ab
9 € pro Monat!
Jetzt abonnieren
Bereits abonniert?

Kommentare
„Eine solche Entscheidung wäre z.B. ein totaler Lockdown... Oder das genaue Gegenteil.“
Tja, wenn der Chefredakteur des GE schon bei der Bewertung der Pandemielage und der zu treffenden Maßnahmen derart orientierungslos ist, darf man sich glücklich schätzen, dass zumindest die Politik nicht die Fassung verliert.
Nicht auszudenken, wie die Schlagzeilen gelautet hätten, hätte die Regierung... einen „totalen Lockdown oder ... das genaue Gegenteil“ beschlossen.
Wir können uns glücklich schätzen, dass weder die Querdenker von „Ostbelgien steht auf“, noch der eine oder andere Journalist die politische Verantwortung in diesem Land trägt.
Ohne die Mithilfe der Bevölkerung und jedes Einzelnen sind tatsächlich jedoch alle Maßnahmen wenig erfolgversprechend. Die Motivation hierfür muss jeder in sich selbst finden. Alles andere bedeutet, die Verantwortung von sich auf andere zu schieben.
Ja, Herr Leonard, man ist manchmal sehr erstaunt über die Kommentare des GE-Chefredakteurs.
Zu jedem seiner Sätze könnte man einen Kommentar abgeben.
Sie haben schon die "Perspektive" angesprochen, die vom totalen Lockdown bis zur völligen Aufhebung der jetzigen Maßnahmen reicht.
Nun wollen wir mal dahingestellt sein lassen, ob ein wirklich "totaler" Lockdown (Wie total und für wie lange, von wegen der Perpektive?) die Epidemie "rasch" zum Erliegen bringen würde.
Es darf gezweifelt werden.
Die andere Option, die Herr Schröder ins Spiel gebracht hat, die völlige Streichung aller Kontaktbeschränkungen, ist doch wohl nicht sein Ernst ... oder doch? Das wäre dann ein später Triumph für Dr. Bahkdi und einen ostbelgischen Arzt (es gibt keine Pandemie, alle Maßnahmen sofort beenden, da alles nur "Hokuspokus").
Das Ideal wäre, wie im Chemielabor zwei Versuchsreihen zu starten: eine Hälfte des Landes im totalen Lockdown, die andere ohne jede Beschränkung. Dann beobachten wir mal, was in den beiden Reagenzgläsern passiert.
In diesem Zusammenhang hier ein langes Interview mit Professor Streeck, der sich kritisch zur Handhabung der Pandemie äußert, der aber weder die Impfungen noch den jetzigen - gemäßigten - Lockdown in Frage stellt.
Eine Aussage sticht hervor:
"In meinen Augen müsste man damit anfangen, Pläne zu entwerfen und sie auch zu kommunizieren: Was passiert in Szenario A, B, C, D, E?"
Das Alphabet hat 26 Buchstaben...
Was wäre gewonnen, wenn uns vier, fünf oder noch mehr Pläne präsentiert würden?
Sie alle müssten sich an der Realität und an den neuen Erkenntnissen, die fast täglich bekannt werden, und w¨ären dann wieder und wieder umzuschreiben.
Ob das der Bevölkerung wirklich eine Perspektive geben würde?
Herr Streeck auf die Frage "Und wie lautet Ihre Antwort?" :
"Das ist eine komplexe Frage und nichts, was man eben mal kurz und knapp artikulieren kann."
Nur die grandiosen Vereinfacher, die haben simple Antworten für alles.
(*) https://www.rnd.de/gesundheit/virologe-streeck-im-interview-wir-haben-ni...
Vollkommen bei Ihnen, Herr Schleck!
Prof. Streeck fordert seit Monaten und in jeder Talkrunde einen Plan B, C,... und dass „wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben“.
Bisher ist er selbst jedoch eine Antwort, wie dies zu bewerkstelligen ist, schuldig geblieben.
In zentralen Punkte lag Prof. Steeck bisher sogar daneben. So z.B. in der Abschätzung der Chance, überhaupt einen Impfstoff gegen Sars-Cov2 entwickeln zu können und bei der Bewertung der Relevanz der Anzahl Neuinfektionen.
Auch Hinweise, die Kapazitäten der Krankenhäuser zu erhöhen mag zwar, angesichts einer viel zu sehr wirtschaftlich geprägten Sichtweise auf das Gesundheitswesen in den vergangenen Jahrzehnten, nicht unbegründet sein.
Jedes Gesundheitswesen würde jedoch kollabieren, wenn eine Pandemie um sich greifen würde, die z.B. mit einem Reproduktionsfaktor von 10 oder 20 (statt 3 bei Sars.Cov2) und einer Sterblichkeitsrate von 20% (statt 0,3-1) einher ginge. Selbst das vermeintlich „harmlose“ Sars-Cov2 belastet die Gesundheitssysteme weltweit bis zum Anschlag und dies trotz aller bisher ergriffenen Maßnahmen.
Dass die Querdenker von „Ostbelgien steht auf“ weiterhin propagieren, „alle Verhaltensregeln und Kontaktbeschränkungen über Bord zu schmeißen und sich wieder in die Arme zu nehmen“ und zudem Angst und Panik vor der Impfung verbreiten, ist an Verantwortungslosigkeit nicht mehr zu überbieten.
Wohin es führt, wenn - wie hier gefordert wurde - sich jeder frei „nach bestem Wissen und Gewissen“ verhalten solle, haben die Querdenkerdemos dokumentiert, die das Infektionsgeschehen nachweislich befördert haben.
Ja, wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.
Den Kopf in den Sand zu stecken oder so zu tun, als ginge einen dies alles nichts an, ist die wohl schlechteste Lösung.
Sehr geehrter Herr Schleck,
Sie betrachten die Option, alle Einschränkungen wieder aufzuheben, als nicht ernst zu nehmende Option. Es wäre schön, wenn Sie mir ein Land nennen könnten, dass in Ermangelung von Corona-Maßnahmen auffallend katastrophale Todeszahlen vermelden würde. Wenn ich mir Länder wie Spanien, UK, Belgien, Schweden, Brasilien oder Belarus anschaue, erkenne ich darin kein zwingendes Argument pro Einschränkungen und kein zwingendes Argument gegen „Laisser faire“.
(https://ourworldindata.org/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=tru...)
Sehr geehrter Herr Leonard,
Es wäre schön, wenn Sie Belege für Ihre Behauptung, dass „die Querdenkerdemos das Infektionsgeschehen nachweislich befördert haben“, vorlegen würden. So müssten doch auch die Demos in Belarus die Zahlen in die Höhe getrieben haben. Aber das ist nicht erkennbar.
Herr Schmitz, ich könnte Ihnen Stand 10. Februar 2021 CET genau 2.333.446 (Corona-Tote weltweit, Quelle: WHO) Gründe geben, warum die vollständige Aufhebung aller Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und ein "Laissez-faire" keine Option ist. Es ist allerdings zu befürchten, dass diese Zahlen kaum Regung bei Ihnen erzeugen, da sie bereits in der Vergangenheit gezeigt haben, dass Ihnen die Gesendheit Ihrer Mitmenschen wohl weniger wichtig zu sein scheint als die so essenzielle linguistischen Frage, ob das In-Kauf-Nehmen von mehr Toten (es ging um vermeintliche Herdenimmunität, sie erinnern sich) nun "verwerflich" oder "verwerflichER" ist...
Kommentar verfassen
7 Comments
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren