Landrat hält Corona-Wutrede: „Jeder Landwirt hätte besser verhandelt“

<p>Stephan Pusch (CDU), Landrat des Kreises Heinsberg, sitzt in seinem Büro im Kreishaus.</p>
Stephan Pusch (CDU), Landrat des Kreises Heinsberg, sitzt in seinem Büro im Kreishaus. | Foto: picture alliance/dpa

Auch die Probleme bei der Terminvergabe für Corona-Impfungen für Menschen ab 80 Jahre kritisierte der CDU-Politiker und Träger des Bundesverdienstkreuzes massiv. Bei seinem Bürgertelefon riefen die Leute „bitter weinend“ an und beklagten sich, keinen Termin zu bekommen oder gar nicht erst durchzukommen.

Es sei „ein reines Ablenkungsmanöver“, wenn Regierungsstellen sagten, es sei doch „alles optimal gelaufen“, sagte Pusch. „Da habt ihr alle mal euer Ohr nicht an der Basis und wisst nicht, was bei den Bürgern los ist.“ Es gehe hier doch nicht „um die Vergabe von Theaterkarten“, sondern um Menschen, die Angst hätten keinen Impftermin zu bekommen und um ihr Leben fürchteten. „Dann muss ich sagen, ist das sehr, sehr bescheiden, was da aufgesetzt worden ist“, sagte Pusch. „Da läuft irgendwas falsch, da könnt ihr mir erzählen, was ihr wollt. Das muss jetzt einfach mal raus.“

Pusch, selbst dreifacher Vater, forderte auch die Öffnung der Schulen ab Mitte Februar. „In zwei Wochen, das ist ein dringender Appell, müssen die Schulen wieder öffnen.“ Und eine Woche vorher müssten die Schulen wissen, wo es langgeht. Kinder müssten zumindest wieder teilweise in die Schule gehen dürfen. „Sonst gehen Familien kaputt, sonst gehen Eltern kaputt.“

Nach einer Karnevalssitzung im Februar hatte sich Puschs Kreis Heinsberg bei Aachen zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots entwickelt. Pusch musste als Krisenmanager agieren und wandte sich in Videobotschaften an die Bevölkerung. Bei der Kommunalwahl im September wurde er mit fast 80 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. (dpa/mv)

Kommentare

  • Klare Worte, wahre Worte von Landrat Stephan Pusch.

    Großbritannien, das aus der EU ausgetreten ist und mehr Impfstoff zur Verfügung hat, übertrifft das Ziel, das sich die EU gesetzt hat. Dem Fortschritt der Impfungen zufolge dürften rund 83 Prozent der Briten bis Ende des Sommers gegen Corona geimpft sein.

  • Wen wundert das bei solch einer Kommissionspräsidentin.

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