Im Zuge der Analyse wurden im März dieses Jahres insgesamt 1.162 Schiedsrichter – was etwa einem Fünftel aller in Belgien registrierten Unparteiischen entspricht – zum Thema Rassismus befragt. Und die Ergebnisse stoßen übel auf: Sieben von zehn „Schiris“ haben zu Protokoll gegeben, dass sie auf dem Rasen schon einmal rassistische Vorfälle gegenüber Spielern beobachtet haben. Aber nicht nur die „Kicker“ sind Opfer, sondern auch die Unparteiischen selbst: Knapp 22 Prozent der Probanden teilen mit, dass sie selbst schon einmal mit dem Thema konfrontiert worden sind. 42 Prozent der Befragten haben darüber hinaus schon mindestens einmal miterlebt, wie einer ihrer Kollegen rassistisch beleidigt bzw. angegangen worden ist.
Die Aussagen der Schiedsrichter decken sich allerdings nicht mit den offiziellen Fallzahlen des Fußballverbands. So wurden beispielsweise in der Saison 2018-19 „nur“ 69 Vorfälle wegen Rassismus registriert – die meisten davon in den Provinzen Antwerpen und Westflandern. Aber woran liegt das? „Das hat einfach damit zu tun, das im Süden des Landes kaum Fälle auf den offiziellen Spielberichtsbögen festgehalten werden“, erklärt Antoine Rustin vom wallonischen Amateurfußballverband ACFF. Das bedeute aber nicht, dass das Problem nicht existiere. Im Gegenteil. Die Referees würden es einfach nur nicht zu Papier bringen. Dessen sei sich Rustin bewusst und verspricht Besserung. „Wir werden den Schwerpunkt auf die Schiedsrichter setzen, um sicherzustellen, dass alle Fakten in den Spielberichten korrekt angegeben werden“, so Rustin. (belga/calü)

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