Mehrheit der Krankenhäuser will mehr Föderalstaat und weniger Gesundheitsminister

<p>Die Chefs der Krankenhäuser berichten, dass die Krise ihre Operationen und die Qualität der Versorgung stark beeinträchtigt hat.</p>
Die Chefs der Krankenhäuser berichten, dass die Krise ihre Operationen und die Qualität der Versorgung stark beeinträchtigt hat. | Illustrationsfoto: belga

Im Gegenzug plädieren 14 Prozent für eine weitere Regionalisierung. Und fast alle der 62 befragten Krankenhausdirektionen lehnen die Anwesenheit von neun Gesundheitsministern in Belgien ab.

Die Chefs der Krankenhäuser berichten auch, dass die Gesundheitskrise ihre Operationen und die Qualität der Versorgung stark beeinträchtigt hat, insbesondere in der Kardiologie (68 %), Onkologie (57 %) und Neurologie (50 %). „Wir mussten nicht dringende Aktivitäten von einem Tag auf den anderen einstellen“, sagt Julien Compère, CEO des Universitätskrankenhauses von Lüttich: „An einem Wochenende haben wir 100.000 Konsultationen von den 800.000 pro Jahr abgesagt.“ Mehr als acht von zehn Einrichtungen schätzen, dass Pathologien, die nicht mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehen, in den kommenden Jahren aufgrund der Verschiebung der Behandlung zunehmen werden.

Einfluss auf die Finanzen

Sechs Prozent der Krankenhäuser erklären indes, dass ihr Umsatz durch die Krise um mindestens 40 % zurückgegangen ist. Jeder sechste Direktor schätzt diesen Verlust auf zwischen 30 und 40 %, jeder Vierte auf 25 %. Nur 2 % betonten, dass sie die Pandemie unbeschadet überstanden haben.

Darüber hinaus geben 90 % der Krankenhausmanager an, in ihrer Institution genügend Fachwissen gefunden zu haben, um mit der Covid-19-Epidemie umzugehen. Die Herausforderung hat sich von einem Mangel an Ausrüstung zu einem Mangel an Personal verlagert, merken die Chefs an. Etwa 94 % der Befragten gaben schließlich an, dass die Erfahrungen der ersten Welle sie besser auf andere Epidemien vorbereitet haben. (belga/mv)

Kommentare

  • Gesundheitsminister : You are fired!

  • Diese Art der Vernunft sollte es auf viel mehr Ebenen geben.

  • Jetzt muss man nur noch die Politik davon überzeugen ...

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