Die USA und Israel setzen ihre massiven Angriffe im Iran in der nunmehr fünften Kriegswoche fort. Es werde „militärische Infrastruktur“ in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert, teilte die israelische Armee am frühen Morgen ohne nähere Angaben mit.
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben: „Großer Tag im Iran“. Das US-Militär habe „viele seit langem verfolgte Ziele“ angegriffen und zerstört. Der Iran hatte wiederum flankiert von der von ihm unterstützten Huthi-Miliz im Jemen seine Gegenangriffe auf Israel und benachbarte Golfstaaten fortgesetzt. Unterdessen sagte Trump in einem Interview, er würde „am liebsten“ das Öl aus dem Iran nehmen.
Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden. Der Iran beschoss den Erzfeind Israel zudem erneut mit Raketen. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab es nicht. Auch Kuwait und andere Golfstaaten gerieten wieder unter Beschuss durch den Iran.
Golfstaaten erneut unter Beschuss
Das Energieministerium in Kuwait meldete in der Nacht auf der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks und einer Entsalzungsanlage. Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen. Die Luftabwehr Saudi-Arabiens fing laut Verteidigungsministerium fünf ballistische Raketen ab. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate fingen laut dem arabischen Sender Al Jazeera Drohnen und Raketen ab.
Zugleich hält der Iran weiter faktisch die für den globalen Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus geschlossen. Auf die Frage, ob in den kommenden Tagen ein Waffenruheabkommen erzielt werden könne, das die Meerenge öffnen würde, lehnte es Trump gegenüber der „Financial Times“ ab, Details zu nennen. „Wir haben noch etwa 3.000 Ziele übrig – wir haben 13.000 Ziele bombardiert – und noch ein paar Tausend Ziele vor uns“, wurde er zitiert.
IAEA: Schwerwasserreaktor im Iran getroffen
Der iranische Forschungsreaktor Chondab wurde nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch einen Beschuss stark beschädigt. Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Der Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hieß es.
Derweil heizte Trump Spekulationen über eine Bodenoffensive in der Islamischen Republik an. „Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, sagte er der „Financial Times“. Über Charg wickelt der Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab. Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten in die Region angeordnet, die für Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, schrieb die Zeitung.
Trump: Würde am liebsten das Öl im Iran nehmen
Ein Angriff auf Charg wäre riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären. „Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen“, sagte Trump der Zeitung und fügte hinzu: „Aber einige dumme Leute in den USA sagen: "Warum tust du das?" Aber das sind dumme Leute.“
Trump hat dem Iran eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des von den USA und Israel begonnenen Krieges zu akzeptieren – andernfalls drohen US-Angriffe auf Irans Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April um 2.00 Uhr MESZ ab. Trotz seiner Drohungen, die iranische Ölförderung einzunehmen, betonte Trump der Zeitung zufolge, dass die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran über pakistanische Vermittler gut vorankämen. Die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei hatten am Sonntag in Islamabad über eine mögliche Deeskalation des Iran-Krieges gesprochen.
Israel will weiter in Südlibanon vordringen
Derweil wies Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Armee an, weiter im Süden des Libanons vorzudringen. Bei einer Lagebesprechung im Norden sagte er, er habe jetzt angeordnet, den von ihm so bezeichneten „bestehenden Sicherheitsstreifen“ weiter auszudehnen. Damit solle die Bedrohung durch die mit dem Erzfeind Iran verbündete Hisbollah-Miliz und der Abschuss von Raketen aus diesem Gebiet verhindert werden. „Wir sind entschlossen, die Lage im Norden grundlegend zu verändern“, sagte Netanjahu weiter.
Viele Libanesen befürchten eine großangelegte Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des nördlichen Nachbarlandes Israels. Immer wieder geraten auch die Blauhelmsoldaten im Grenzgebiet zu Israel zwischen die Fronten. Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen wurde ein Blauhelmsoldat getötet. Ein weiterer wurde bei dem Vorfall in Südlibanon schwer verletzt, teilte die UN-Beobachtermission Unifil mit. Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam. (dpa/calü)

Kommentare
Was uns dieser Krieg einmal mehr zeigt, ist dass wir als "Industrieländer" immer noch, trotz Klimakrise und einem Planeten im Ausnahmenzustand, hoffnungslose Öljunkies sind, denn wenn der Ölhahn und die Wirtschaft der Welt wegen einer nur 55km breiten Meerenge in Atemnot gerät und ganze Lieferketten drohen, zusammen zu brechen - ganz abgesehen davon, dass dieses Öl aus der Region aus blutrünstigen Diktaturen stammt, in denen Menschen massenweise abgeschlachtet oder hingerichtet - dann fragt man sich als Otto-Normalbürger: Wie bescheuert sind wir als Menschen eigentlich, unseren Planeten zu plündern, um Substanzen aus ihm herauszupumpen und zu -graben, die wir verbrennen, und damit besagtem Planeten (unserer Lebensgrundlage übrigens - keine KI und keine Ölplattform wird jemals einen Menschen ernähren...) weiter zu schaden und zu verpesten...?
Manchmal denk man sich, wir haben es nicht besser verdient als, an unserer eigenen Dummheit zu verenden.
Aber gut, stecken wir weiter unsere Nase in unsere Telefone und in asoziale Hass- und Selbstbestätigungsmedien, dann sind wir zumindest 'unterhalten' und bekommen wir weniger davon mit, dass die Heilsbringer bzw. Zirkusclowns mit Bomben Trump, Putin, Jinping, Orban, Milei und dergleichen unsere Totengräber sind.
Wobei ich hier den Zirkusclowns Unrecht tue, denn die sind zumindest nocht lustig, sorry...
Herr Hezel, die Energiewende funktioniert leider nicht. Faĺlen Sie bitte nicht permanent auf diesen ganzjährigen Aprilscherz herein
Naja, wie gut der Energieträger Erdöl funktioniert, das kann gerade jeder an der Zapfsäule ablesen, Herr Scholzen... Alles bestens. Die 3-Euro-Marke, die knacken wir auch noch! ;-) Es bergauf!
Ja, ein krieg in Nahost macht das Erdöl teuer und knapp, und damit alle Komponenten, die damit verbunden sind.
Ja, und eine Energiewende macht den Strom teuer und knapp, und alle Komponenten, die damit verbunden sind.
Na, klingelt es langsam? Haben Sie den Schuss gehört?
Herr Hezel, mal eine Frage: fahren Sie elektrisch und wie heizen Sie ihr Haus? Oder gehören Sie auch zu den Plünderern und Weltvernichtern?
Also 'klingeln tut's vor allem' in den Taschen der Rohölkonzerne, Herr Scholzen - und wie sieht's bei ihnen so im Portemonnaie aus...?
Aber mal runter vom Gas: Die Abhängigkeit von Öl ist also kein Problem?
Herr Manz, mal eine Frage: Was geht sie das an?
Wollen Sie nun wissen, wie ich mein Haus fahre, oder wie ich mein Auto heize? Das ist aus ihrer Frage nicht so ganz ersichtlich..........
Aber weil sie schon so suggestiv fragen: Na klar, die Welt plündern und vernichten, das mache ich im Alleingang, noch nicht gesehen? Was hat das alles mit dem Irankrieg zu tun?
Mal schauen, bei wem's als nächstes klingelt...
Und sie schreiben wieder, Hezel-Schleck-Leonard
an direkten Fragen schweifen sie vorbei, es könnte unangenehm werden, doch anderen alles vorwerfen, von Unwissenheit bis Mitschuld am Weltuntergang, an dem sie aber auch durch ihr Konsumverhalten mitbeteiligt sind, wie alle anderen, wenn wir deren Welterklärungen ernst zu nehmen gedenken.
So schauet in den Spiegel.
Ja, sie schreiben wieder, die "Hezel-Schleck-Leonard".
Was dagegen?
Herr Fickers! Super erklär dem allwisseer Dreier Team Schleck Leonard ,Henzel
"Herr Fickers! Super erklär dem allwisseer Dreier Team Schleck Leonard ,Henzel"
Bravo an Herrn Schmetz für diese herausragende sprachliche Leistung.
Wo bleiben die Sachargumente ?
Von Herrn Scholzen hätte man gerne Auskunft, wo denn nun Stromknappheit herrscht.
Die gab es allerdings in Frankreich:
"Massive Reaktorausfälle (2022/2023): Zeitweise war etwa die Hälfte der 56 französischen Atomreaktoren wegen technischer Probleme und Wartungsarbeiten nicht am Netz.
Ursachen für den Stillstand: Der Hauptgrund waren unerwartete Korrosionsprobleme (Risse) in den Sicherheitsleitungen vieler Reaktoren, die aufwendige Reparaturen erforderten. Hinzu kamen verzögerte Wartungsarbeiten.
Stromknappheit und Importe: Da Frankreich traditionell stark auf Atomstrom setzt, führte der Ausfall zu einer Stromexportnation, die plötzlich Strom importieren musste – teilweise auch aus Deutschland." (KI)
So so, aus Deutschland...
Und wie "billig" der Atomstrom ist, dafür liefert Flamanville ein "strahlendes" Beispiel:
Bauzeit 17 Jahre, Kosten 23,7 Milliarden Euro: Französischer Rechnungshof kritisiert schlechte Rentabilität des Atomkraftwerks Flamanville"
Das übrigens im September für ein Jahr vom Netz gehen muss, weil neben Inspektions- und Wartungsarbeiten der Reaktordeckel wegen Rissen ausgetauscht werden muss.
"Pleiten, Pech und Pannen"
Zuerst mal ein Dankeschön an die klaren Worte von Herrn Fickers.
@Schleck: informieren Sie sich, was Grundlastfähigkeit und Netzstabilität in einem öffentlichen Stromnetz bedeuten. Sie werden sehen, dass herkömmliche Kraftwerke dieses unterstützen, und alternativen Energien wie Wind und Sonne destabilisieren das öff.Netz.
Mit dem Thema des Artikels "Iran-Krieg geht mit voller Wucht weiter" hat die Aufforderung des Herrn Scholzen zwar nichts zu tun, höchstens indirekt. Deshalb nur kurz:
Das Problem der Netzstabilität haben andere lange vor ihm entdeckt.
In Belgien: "Elia publie une étude sur la stabilité pendant des périodes sans nucléaire -
Entre 2026 et 2028, la Belgique connaîtra chaque année une période sans production nucléaire. Dans le cadre de la prolongation de la durée de vie des réacteurs Doel 4 et Tihange 3, les deux centrales seront en effet rénovées entre le 1ᵉʳ avril et le 1ᵉʳ novembre, et ce pendant trois années consécutives." (Elia 31.03.2026, also ganz frisch)
Und ausgerechnet die Atomkraftwerke als Grundlastversorger fallen während 7 Monaten aus...
Zum Thema Irankrieg: "Der blockierte Blockierer", eine neue Volte von Donald Trump.
Jetzt drischt er auch noch auf den Papst ein, weil dieser seinen Angriffskrieg nicht absegnet.
Hallo Leute, antwortet der Gegenpol Fraktion einfach nicht mehr. Ich denke es macht Ihnen einfach Spaß zu provozieren, dabei hoffen sie so nur auf mehr Publicity. Sie glauben doch selber nicht an ihr Geschwafel und freuen sich auf jeden Artikel den sie provokativ bewerten können. Liebe Provokateure, was wollt ihr uns Unwissenden denn verklickern? Öl ist gut, Atomkraft ist gut, alternative Energien sind schlecht? Ihr seid einer Verschwörungsgeschichte aufgesessen und seid ziemlich allein mit eurer Meinung. Euer mit unendlicher Weisheit gesegneter Guru hat euch in euren Fängen und lässt euch nicht mehr von der Leine. Siehe auch mein Kommentar zu "Drill, Baby, Drill". Mein letzter Kommentar zu diesem Thema.
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