Klinkenberg: „Experten raten vom Fernunterricht ab“

<p>Lydia Klinkenberg </p>
<p>Foto: David Hagemann</p>
Lydia Klinkenberg Foto: David Hagemann

Eigentlich wäre bei einem Code Rot, so wie er ursprünglich beschlossen worden war, kein Präsenzunterricht mehr möglich gewesen. Doch inzwischen ist dies anders. „Im Sommer wussten die Virologen noch nicht, wie sich das Virus im schulischen Kontext verbreiten würde. Jetzt, mit einigen Monaten Erfahrung, haben sie feststellen können, dass die großen Ansteckungswellen in den Schulen ausgeblieben sind und die Ansteckungen vielmehr im privaten Umfeld stattfinden. Das heißt konkret: Die strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in den Schulen scheinen gut zu funktionieren. Die Virologen fürchten aber, dass die Infektionszahlen steigen könnten, wenn außerhalb der Schule bei Kontakten nicht auf die Einhaltung der Regeln geachtet wird. Daher raten uns die Gesundheitsexperten dringend vom Fernunterricht ab“, schreibt Lydia Klinkenberg. Sie verstehe die Ängste der Eltern, dass ihre Kinder und Familien durch die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts gefährdet sein könnten. „Auch das Lehrpersonal hat ähnliche Befürchtungen. Doch seit Beginn der Pandemie haben die Virologen das Infektionsgeschehen in den Schulen eingehend erforscht und festgestellt, dass das schulische Umfeld als ein verhältnismäßig ‘sicheres’ Umfeld bezeichnet werden kann, da gerade in den Schulen sehr strenge Sicherheits- und Hygienestandards angewandt werden. Außerdem wissen wir alle – und das bestätigen auch Psychologen, Kinderärzte und Eltern – wie sehr Kinder und Jugendliche soziale Kontakte brauchen. Der Kontakt mit Gleichaltrigen im schulischen Kontext ist wichtig für ihre Entwicklung. Was die fachliche Bildung angeht, benötigen besonders die Lernschwächsten unter ihnen eine enge Begleitung und Unterstützung, um Lernrückstände zu vermeiden. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits im Frühjahr wertvolle Unterrichtszeit verloren. Daher ist es uns wichtig, die Schulen so lange es eben möglich ist, offenzuhalten“, so die Bildungsministerin. „Ich bitte Euch alle, uns zu helfen, dieses wichtige Stück Normalität für unsere Schülerinnen und Schüler, so lange wie nur möglich aufrechtzuerhalten. Je schneller wir handeln, desto schneller werden sich Verbesserungen abzeichnen. Wir müssen jetzt alles dafür tun, damit sich das Covid-19-Virus in Ostbelgien nicht weiter ausbreitet. Wir sind nicht machtlos gegen das Virus. Wir können uns schützen, wir können andere schützen. Daher gelten ab Montag noch strengere Sicherheits- und Hygienemaßnahmen im Bildungsbereich.“ (sc)

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Kommentare

  • Die Maßnahmen funktionieren schon deshalb nicht, weil Eltern Fahrgemeinschaften haben mit Kindern aus verschiedenen Klassen.
    Eindämmung ist absolut nötig da wir nicht mehr Herr der Laage sind.
    Ist die DG mal wieder etwas Besonderes?
    Was ich sehe ist das wir das Schlusslicht sind.

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