Sieg für Favorit Fabian Rahn beim 45. Eupener Talsperrenlauf

<p>Andreas Forneck (Siebter), Organisator Francis Rauw (Sechster), Sieger Fabian Rahn und Christoph Gallo (Fünfter) strahlten im Ziel um die Wette.</p>
Andreas Forneck (Siebter), Organisator Francis Rauw (Sechster), Sieger Fabian Rahn und Christoph Gallo (Fünfter) strahlten im Ziel um die Wette. | Fotos: Martin Brodel

Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen und des Abstands von 30 Sekunden zwischen den einzelnen Teilnehmern begann die Veranstaltung bereits um 13 Uhr. Die Strecke beinhaltet vor allem zwei nennenswerte Steigungen bei Kilometer drei und neun. Sie weist einen mittleren Schwierigkeitsgrad auf und ist seit der Erstauflage unverändert geblieben. Die Temperaturen waren etwas kühl, was vielen Läufern jedoch entgegenkommt.

Relativ am Anfang legten Lothar Wyroll (50:11) und Dimitrii Korneev (51:20), die beide der Aachener TG angeschlossen sind, recht schnelle Zeiten vor. Bei manchen Auflagen hätte vor allem Wyrolls Zeit zum Sieg gereicht. Spannend wurde es dann nach 15.40 Uhr, als alle anderen Favoriten nach und nach auf die Strecke geschickt wurden. Sie sollten sich unterwegs nichts schenken. Insgesamt blieben am Ende neun Läufer unter 52 Minuten, was für die gute Qualität des Feldes spricht. Schnellster Läufer war der 34-jährige deutsche Triathlet Fabian Rahn aus Hürtgenwald. Er erreichte das Ziel nach 48:53 Minuten.

Rahn ist kein Unbekannter an der Talsperre. Im vergangenen Jahr gewann er den Eupener Triathlon über die olympische Distanz. Der Profi-Triathlet konnte sich sogar schon bei Ironmans auf dem Podium platzieren: „Ich habe versucht, bis Kilometer zehn nicht alles zu geben, da es am Ende flach und bergab geht, und es wichtig ist, dort noch schnell zu sein. Mit dieser Zeit hätte ich nicht gerechnet, da in den letzten Wochen der Schwerpunkt beim Schwimmen lag. Ich habe die wettkampffreie Zeit gut genutzt und viel trainiert. Es war schön, noch mal einen Wettkampf zu bestreiten.“

Gaël Dethier sichert sich mit persönlicher Bestzeit den zweiten Platz zwei.

<p>Gaël Dethier aus Kettenis wurde Zweiter.</p>
Gaël Dethier aus Kettenis wurde Zweiter.

Zweiter wurde mit 41 Sekunden Rückstand der Ketteniser Gaël Dethier, der eine Minute vor Rahn gestartet war und diesen am Ende nicht mehr herankommen ließ. „Nachdem ich vor einigen Wochen bei der belgischen Meisterschaft über 5.000 Meter gelaufen war, habe ich ordentlich weiter trainiert. Es lief von Anfang an. Ich bin die ersten drei Kilometer in zehn Minuten gelaufen und auch die Steigung zu Kilometer zehn gut heraufgekommen. Ich bin zufrieden mit meinem Rennen und dem Rhythmus, den ich bis zum Ende gelaufen bin. Das war meine beste Zeit an der Talsperre“, so Dethier. Dritter wurde Olivier Remacle aus Montzen in 49:47 Minuten. Er konnte den Talsperrenlauf 2017 gewinnen.

Zwischen Platz vier und sechs lagen gerade mal vier Sekunden. Vierter wurde Lothar Wyroll von der Aachener TG in 50:11 Minuten. Christoph Gallo vom AC Eifel folgte nur eine Sekunde dahinter auf Platz fünf. Francis Rauw vom LAC Eupen - Triathlon Team Eupen, der ebenfalls zu den Veranstaltern des Laufs gehört, wurde in 50:15 Minuten Sechster. Er konnte seine Zeit aus dem Vorjahr zwar um drei Sekunden verbessern, war aber dennoch nicht zufrieden. „Wie im Vorjahr wollte ich unter 50 Minuten bleiben. Ich bin einfach enttäuscht, dass ich es wieder knapp verpasst habe.“ Das Potenzial dazu hat er sicher, wenn man sich seine sonstigen Leistungen anschaut. Der aus Eupen stammende Manu Ordonez wurde in 51:42 Minuten Neunter und erzielte ebenfalls eine starke Zeit.

Stephan Langer aus Elsenborn, der in der Vergangenheit schon aufs Podium lief, belegte in 54:33 Minuten den 13. Platz. Mika Pauquet vom Tri Team Eupen folgte in 54:50 Minuten auf Platz 15. In der Vergangenheit als Mittelstreckenläufer hatte er oft mit Verletzungspech gekämpft. Mittlerweile ist er erfolgreich auf Triathlon umgestiegen. Seine Vereinskollegen Freddy Brüll (55:27), Marvin Amann (55:59) und Tobias Peters (56:36) belegten die Plätze 17, 19 und 23. Peters konnte dabei seine bisherige Bestzeit um fast zwei Minuten verbessern. Dahinter folgte noch eine ganze Reihe Ostbelgier mit Zeiten unter einer Stunde.

Die Top 10 der

Age-Gender-Graded-Wertung:

1. Gaël Dethier (43 Jahre) 49:34

2. Marion Braun (63) 1:11:25

3. Ronny Rebeck (56) 56:25

4. Rainer Heck (60) 58:53

5. Wolfgang Braun (66) 1:02:26

6. Staf Van Dijck (71) 1:05:56

7. Gaby Andres (47) 1:00:11

8. Sonja Vernikov (19) 55:20

9. Fabian Rahn (34) 48:53

10. Achim Borgmann (49) 54:11

Sonja Vernikov siegt bei den Frauen – Gaby Andres wurde Zweite

Nachdem die 47-jährige Gaby Andres bereits um 13.30 Uhr gestartet war und eine Zeit von 1:00,11 Stunden vorgelegt hatte, ging die favorisierte 19-jährige Sonja Vernikov aus Mechernich am Ende inmitten der Favoriten auf die Strecke. Sie lieferte ein tolles Rennen ab und erreichte in 55:20 Minuten die 16.-beste Zeit unter allen Teilnehmern. Sie war sogar nicht allzuweit entfernt vom Streckenrekord (54:58), den Ferahiwat Königs im vergangenen Jahr aufstellte. Sie blickt mit gemischten Gefühlen auf ihre Saison zurück.

<p>Sabine Dries (Sechste), Gaby Andres (Zweite) und Anna Pauels (Fünfte)</p>
Sabine Dries (Sechste), Gaby Andres (Zweite) und Anna Pauels (Fünfte) | Foto: Martin Brodel

„Es war kein gutes Jahr. Mir fehlten einfach die Wettkämpfe, von denen ich sonst viele bestreite. Ich habe gut trainiert, aber manchmal fehlte mir einfach die Motivation. Ich konnte vor Kurzem eine Bestzeit über 3.000 Meter erzielen. Meine Form ist also in Ordnung, und heute lief es gut. Ich schaue momentan von Woche zu Woche, ob und wo ein Wettkampf stattfindet.“

Gaby Andres erkannte Vernikovs Leistung neidlos an. „Sie ist einfach stark gelaufen.“ Hinter Andres belegte Karen Steurs vom AC Break aus Brasschaat (1:01,11) den dritten Platz. Fünftschnellste Frau war Anna Pauels (AC Eifel/1:04,54). Nur acht Sekunden später folgte ihre Vereinskollegin Sabine Dries auf Platz sechs. Die Eupenerin Andrea Rozein wurde in 1:06,06 Stunden Achte.

Die Veranstalter haben beschlossen, als offizielle Ergebnisliste die Age-Gender-Graded-Wertung zu nehmen, bei der die erzielten Zeiten mächtig durcheinander gewirbelt wurden. Hier könnten sich einige ältere Teilnehmer weit vorne platzieren.

Aufgund der Corona-Pandemie fand keine Preisverleihung statt. Die Sieger bekamen online Gutscheine zugeschickt. Man sah den meisten Teilnehmern an, dass sie einfach nur froh waren, da zu sein und dass nochmal ein Lauf stattfand.

Vor dem Rennen waren mehr als 300 Teilnehmer gemeldet, davon viele aus Deutschland, da dort so gut wie keine Wettkämpfe stattfanden. Einige meldeten sich – hauptsächlich bedingt durch Corona – noch relativ kurzfristig ab. 255 gingen letzten Endes an den Start. Damit hatte Romain Visé vom LAC Eupen, der sich um die Einschreibungen kümmerte, schon gerechnet. „Es kommen nie alle Läufer, die sich angemeldet haben. Jedoch kommen manche einfach nicht, ohne sich abzumelden, was nicht korrekt ist. Mit der Anzahl Teilnehmer sind wir trotzdem zufrieden. Wir hatten uns nur etwas mehr Teilnehmer aus der Wallonie erhofft.“

Auch Olivier Henz vom Triathlon Team Eupen zog ein positives Fazit: „Die Leute waren einfach froh, dass noch mal ein Wettkampf stattgefunden hat. Nicht wenige haben sich bei uns bedankt. Die Teilnehmer haben sich auch gut an die Abstandsregeln gehalten. Wir warten jetzt mal die weitere Entwicklung ab um zu schauen, ob wir in nächster Zeit noch einen alternativen Wettkampf veranstalten. Wir müssen auch noch schauen, was wir aus unserem Ostbelgien Triathlon im nächsten Sommer machen.“

Reaktionen


Olivier Remacle (Montzen – Dritter in 49:47 Minuten): „Es ist besser gelaufen, als ich dachte. Ich hatte gute Beine und war schneller als im letzten Jahr. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Es fehlte nicht viel zum zweiten Platz.“


Christoph Gallo (AC Eifel – Fünfter in 50:12 Minuten): „Es war mein erster Wettkampf seit dem Winter. Ich bin in letzter Zeit nicht so viel wie üblich gelaufen. Mir ging es darum, nochmal einen Wettkampf zu bestreiten, die anderen Läufer nochmal zu sehen und Spaß zu haben. Es lief ganz gut. Mir fehlt einfach nur die Tempohärte.“


Marion Braun (63 Jahre – aus Eicherscheid – Zweite der Age-Gender-Graded-Wertung): „Ich starte am liebsten bei Ultra Trails, wovon ich kürzlich auch noch einen in der Schweiz absolviert habe. Diese Strecke ist für mich sehr kurz. Auf den ersten Kilometern tue ich mich immer schwer. Zum Ende hin klappte es jedoch immer besser.“ (mbr)

Weitere Ergebnisse: www.laceupen.be

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