In einem langen Facebook-Post erklärte Mathias Cormann, der 1996 nach Australien auswanderte und 2018 zwischenzeitlich auch mal für ein paar Tage die Amtsgeschäfte des Premierministers übernahm, seine Beweggründe. Das Medienecho war gewaltig. Unter anderem berichtete auch der „Guardian“ über die Entscheidung des Politikers der Liberal Party of Australia.
„Als Senator für Western Australia und als australischer Finanzminister zu dienen, ist nach wie vor eines der größten Privilegien meines Lebens. Es ist eine große Ehre, als Teil eines großartigen Teams, das sich dafür einsetzt, unser Land noch stärker, wohlhabender und widerstandsfähiger zu machen, die künftige Richtung unseres Landes mitgestalten zu dürfen. Ich liebe diese Arbeit. Jeden einzelnen Tag gebe ich mein Bestes“, erklärt Cormann, der das laut „Guardian“ schlecht gehüteste Geheimnis in Canberra an diesem Wochenende mit einem Interview in seiner Lokalzeitung und eben jenen Eintrag in den sozialen Medien bestätigte.
Ende des Jahres werde die Regierung die Hälfte der laufenden Legislatur hinter sich gebracht haben. „Da ich beschlossen habe, bei den nächsten Wahlen nicht wieder anzutreten, kann ich bestätigen, dass ich den Premierminister darauf hingewiesen habe, dass Ende 2020 der geeignete Zeitpunkt für einen geordneten Übergang in meinem Ressort sein würde“, so Cormann weiter: „Wir haben viele hochtalentierte Mitglieder und Senatoren in unserem Team, die bereit sind, einen herausragenden Beitrag in dem meiner Meinung nach besten und interessantesten Ressort der Regierung zu leisten.“ Am Jahresende lasse er die Politik „in Frieden“ mit dem Wissen, dass er immer versucht habe, die „richtigen Entscheidungen aus den richtigen Gründen auf die richtige Art und Weise zu treffen“.
Bevor er den Staffelstab übergebe, lägen jedoch noch etwa sechs Monate harte Arbeit vor ihm, „um einen verantwortungsvollen Übergang aus dieser durch das Coronavirus verursachten Krise zu bewältigen und bei der Fertigstellung und Umsetzung unseres Fünfjahresplans zur Maximierung der Stärke unserer wirtschaftlichen Erholung und der Erholung der Arbeitsplätze zu helfen“. Cormann bedankte sich auch beim amtierenden Premierminister Scott Morrison (sowie seinen Vorgängern Tony Abbott und Malcolm Turnbull) für das Vertrauen, das sie in ihn gesetzt haben.
Was Cormann, der als dienstältester Finanzminister (seit 2013) in die Geschichte Australiens eingehen wird, nach seiner 13-jährigen Senatskarriere machen möchte, erklärte er nicht. Mathias Cormann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Karriere des Juristen (Studium in Namur und Löwen) begann einst bei der CSP im Gemeinderat von Raeren.

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