Frankreich schockiert von Gewalt in Vororten von Dijon - 5 Personen verhaftet

<p>Hintergrund der Zusammenstöße war der Polizei zufolge ein Streit zwischen Mitgliedern einer tschetschenischen und einer Gruppe von Bewohnern Grésilles' mit nordafrikanischen Wurzeln.</p>
Hintergrund der Zusammenstöße war der Polizei zufolge ein Streit zwischen Mitgliedern einer tschetschenischen und einer Gruppe von Bewohnern Grésilles' mit nordafrikanischen Wurzeln. | Foto: afp

Fünf Mitglieder der tschetschenischen Gemeinschaft wurden am frühen Donnerstagmorgen in Dijon und anderswo in Frankreich nach den jüngsten Gewaltausbrüchen in der burgundischen Hauptstadt verhaftet.

„Sechs Ziele“ seien in ganz Frankreich ins Visier genommen worden, schreibt die Nachrichtenagentur Belga. Sie berichtet weiter, dass fünf Personen verhaftet wurden. Diese Verhaftungen, die von Spezialkommandos durchgeführt wurden, fanden insbesondere in Dijon und Besançon statt.

Die Verhaftungen sind eine Folge der Einleitung von Ermittlungen wegen versuchten Mordes in einer organisierten Bande, vorsätzlicher Gewalt sowie verschärfter Erniedrigung und Aufwiegelung zur Gewalt, nachdem im Vorort Grésilles im Nordosten von Dijon mehrere Nächte in Folge Gegenstände und Autos in Brand gesetzt und Barrikaden errichtet worden waren.

Hintergrund der Zusammenstöße war der Polizei zufolge ein Streit zwischen Mitgliedern einer tschetschenischen und einer Gruppe von Bewohnern Grésilles' mit nordafrikanischen Wurzeln. Die Tschetschenen hätten ab Freitag in sozialen Netzwerken gegen die andere Gruppe mobil gemacht, erklärte der Staatsanwalt von Dijon, Eric Mathais, im Radiosender France Bleu. Zuvor sei ein Jugendlicher aus der tschetschenischen Gruppe verletzt worden. Drei Abende in Folge seien deshalb bis zu 140 Menschen nach Grésilles gekommen, so Mathais. Mehrere Personen seien verletzt worden. Es habe zunächst vier Festnahmen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Konservative und rechte Oppositionspolitiker warfen der Regierung vor, nicht schnell genug eingegriffen zu haben.

Dijon ist ein eher ungewöhnlicher Schauplatz für gewalttätige Auseinandersetzungen in Frankreich. Während es in den Vorstädten der Hauptstadt Paris oder der Küstenmetropole Marseille häufiger zu Zusammenstößen mit der Polizei kommt, gilt die Stadt in der ostfranzösischen Region Burgund als ruhiges Pflaster.

Die Einsatzkräfte hätten es teilweise mit 50 bis 100 Menschen zu tun gehabt, die „mit Schlagstöcken, Sturmgewehren und Kriegswaffen“ ausgerüstet gewesen seien, sagte der regionale Vorsitzende der Gewerkschaft der Nationalpolizei Alliance PN, Stéphane Ragonneau, der Nachrichtenplattform Franceinfo. Der Vorfall könne nicht mit anderen Auseinandersetzungen in Vororten verglichen werden. (belga/dpa)

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