In den letzten Wochen hatte das Management von Brussels Airlines an einem Geschäftsplan gearbeitet, um zu sehen, wie die Krise überwunden werden kann und was im Anschluss getan werden muss, damit das Unternehmen wieder wachsen kann. Personal und Gewerkschaften fordern schon seit einiger Zeit Klarheit. Und die erhielten sie am Dienstagmorgen: „Die Gesamtgröße des Unternehmens, und damit auch die Belegschaft, wird um 25 Prozent reduziert“, so die Geschäftsführung. Diese Sanierung sei unvermeidlich, wenn die Fluggesellschaft die Coronakrise überleben will. Weltweit befindet sich der Sektor in einer beispiellosen Krise, und Zehntausende von Arbeitsplätzen in der internationalen Luftfahrt sind gefährdet. Das Coronavirus habe den Luftfahrtsektor praktisch zum Erliegen gebracht, und die Auswirkungen werden noch jahrelang zu spüren sein, so das Unternehmen, das davon ausgeht, dass die Nachfrage erst 2023 wieder ein „normales" Niveau erreichen wird.
Das Management von Brussels Airlines beschloss, die Flotte auf 38 Flugzeuge (minus 30 Prozent) zu reduzieren und Strecken mit geringer oder keiner Rentabilität zu streichen. Ein Viertel Arbeitsplätze steht auf dem Spiel: Rund tausend Jobs (oder 800 Vollzeitäquivalente) sollen gestrichen zu werden. Die Unternehmensleitung will gemeinsam mit den Gewerkschaften versuchen, Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden.
Das Jahr hatte für Brussels Airlines gut begonnen, „mit positiven Ergebnissen in Bezug auf Passagierzahlen und Einnahmen", so Dieter Vranckx, Geschäftsführer von Brussels Airlines, am Dienstag. Und das Unternehmen hatte ein umfangreiches Sommerangebot geplant, um einen Teil des verlorenen Angebots durch den Bankrott von Thomas Cook Belgium zu kompensieren. „Aber die Corona-Pandemie trifft Brussels Airlines besonders hart“, sagte Vranckx. „Diese beispiellose Krise hat unsere finanzielle Situation verschlechtert und zwingt uns, substanzielle und wesentliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Sanierung ist dringend notwendig, um die gegenwärtige Krise zu überleben und in Zukunft strukturell profitabel zu werden.“
Die Flüge von Brussels Airlines sind seit dem 21. März ausgesetzt. Die Mitarbeiter sind technisch arbeitslos. (gz/belga)

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