Während sich das Gebäude in Luxemburg befindet, verläuft die einzige Zufahrtsstraße über belgisches Staatsgebiet. Ein Luxemburger darf nicht ins Geschäft, weil er dafür durch Belgien fahren muss und das verboten ist. Dem Belgier ist wiederum ein Einkauf im Ausland nicht gestattet. Sein Fazit? „Für wen hat der Aldi Huldingen überhaupt auf ?“
Der Beitrag ist hunderte Male geteilt und kommentiert worden. Meist reagierten die Menschen mit Unverständnis. Selbst der EU-Abgeordnete Pascal Arimont (CSP/EVP) hat sich zu Wort gemeldet und u.a. geschrieben: „Die Grenzschließung war aus Gesundheitsgründen gerechtfertigt, hätte aber zwischen den Staaten gemeinsam geplant werden müssen.“
Doch wie sieht es in der Realität aus? Werden luxemburgische Autofahrer wirklich auf diesem 200 Meter langen Teilstück zwischen dem Kreisverkehr Schmiede und dem Supermarkt Aldi kontrolliert? Die Polizei gibt Entwarnung: „Wir werden an dieser Stelle nicht protokollieren“, erklärt auf Nachfrage Kommissarin Jacqueline Martin von der Zone Famenne-Ardennes, in deren Zuständigkeit die Straße fällt, weil sie sich auf dem Gebiet der Gemeinde Gouvy befindet. Sie erinnert daran, dass die Grenzschließungen u.a. den Zweck erfüllen, Bevölkerungsgruppen, die sich in einer unterschiedlichen Phase der Coronakrise befinden, bestmöglich voneinander zu trennen. „In besagtem Fall ist es das Ziel des luxemburgischen Autofahrers, in Luxemburg einkaufen zu gehen“, ruft die Polizistin in Erinnerung und ergänzt, dass der Kunde auf der 200 Meter langen Fahrt durch Belgien nicht in Kontakt mit anderen Menschen kommt. Daher hält sie den gegebenen Fall nicht für problematisch. Unterdessen ist Aldi die Sachlage bekannt. „Dagegen können wir nicht viel tun. Wir müssen die Situation akzeptieren, wie sie ist“, erklärt ein Pressesprecher auf Nachfrage. Somit ist der Discounter auf das Wohlwollen der Polizei angewiesen.
Anders die Situation für die Belgier. Hier sind die Regeln klar: Ein Grenzübertritt mit dem einzigen Ziel, einen Einkauf zu tätigen, ist nicht gestattet. Während die Eifelpolizei bestätigt, aus Richtung Espeler kommende Fahrzeuge protokolliert zu haben, ist die Situation in der benachbarten Polizeizone Famenne-Ardennes nicht anders. Auf der Regionalstraße N68 zwischen Schmiede und Deiffelt (Gouvy) führten die Beamten zuletzt am Dienstagnachmittag Kontrollen durch.
Die Polizisten sind angewiesen, die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu überprüfen. Doch können sie sich auch gesprächsbereit zeigen: „Wir sind uns bewusst, dass sich die Regeln für Grenzgänger mit der Zeit verändert haben und es gewisse Nuancen bei der Interpretation gibt. Wenn es um einen solchen Fall geht, übernehmen wir auch eine pädagogische Rolle und liefern den Menschen Erklärungen.“ Es gehe nicht darum, möglichst viele Bußgelder zu verteilen. Das verfolgte Ziel sei es, die Bevölkerung zu schützen.

Kommentare
Hierzu ein Gedächtnisprotokoll mehrerer Aussagen der Polizei:
"Um sich gesetzeskonform zu verhalten, stellen Sie bitte das Auto auf belgischer Seite ab und gehen Sie zu Fuß zu den Geschäften."
Was vollkommener Blödsinn ist, denn auch der Gehweg befindet sich teilweise auf deutschem Gebiet.
Bitte die Petition unterschreiben:
Leerzeichen löschen:
http s:// www.openpetition.eu/be/petition/online/aufhebung-des-aus-und-einreisever...
.. und wie sieht es in Lichtenbusch aus, hier müssen Belgier oder die dort wohnen eine deutsche Strsße benutzen um zu den Geschäften, entlang der Raerener Strasse, zu gelangen...
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2 Comments
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