Traditionsklub am Ende: Sporting Lokeren für bankrott erklärt

<p>Im Daknamstadion von Sporting Lokeren gehen die Lichter aus.</p>
Im Daknamstadion von Sporting Lokeren gehen die Lichter aus. | Foto: belga

Der Verein wurde am Montag von einem Handelsgericht für bankrott erklärt, nachdem Lieferanten, Mitarbeiter und Profispieler über mehrere Monate nicht mehr bezahlt wurden. Lokeren, lange eine der Hausnummern des belgischen Profifußballs, bricht unter einer Schuldenlast in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro zusammen. Präsident Louis de Vries hatte lange einen neuen Investor bzw. Käufer für den Verein gesucht, den er im Jahr 2018 von „Urviech“ Roger Lambrecht übernommen hatte.

Seitdem ging es für Lokeren sowohl sportlich als auch finanziell nur noch bergab. Die Meisterschaft in der 1. Division B beendet der Klub auf dem letzten Tabellenplatz, zudem ließ sich kein neuer Geldgeber finden. Nur Letzteres hätte es Lokeren ermöglicht, eine Lizenz für die kommende Saison zu erhalten. Im ersten Anlauf hätte die Lizenzkommission des Fußballverbandes dem Pokalsieger von 2014 das grüne Licht für die nächste Spielzeit verweigert.

Das Handtuch warf der Verein nun am Montag. Noch bevor das Handelsgericht von Dendermonde sein Urteil verkünden konnte, räumt de Vries ein, dass „die Kontinuität des Vereins nicht mehr gewährleistet werden kann“. In einem offenen Brief an die Fans des Vereins gab er zudem zu verstehen, dass man das Urteil des Handelsgerichts akzeptieren wolle. „Mit großem Bedauern und Trauer muss ich Ihnen mitteilen, dass es uns trotz all unserer Bemühungen nicht gelungen ist, die notwendigen Investoren rechtzeitig zu gewinnen, um die Fristen für ein Berufungsverfahren vor dem CBAS einzuhalten“, so de Vries.

Die Jugendabteilung des Vereins blickt indes weiter bzw. in Richtung Fusion: Eine Zusammenarbeit mit VW Hamme könnte nun in eine Stromschnelle geraten. Sollte es zu einer Einigung kommen, würde der neue Verein unter der Stammnummer von Hamme in der 3. Amateurklasse starten. (mn)

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