Briten vermutlich am schlimmsten von Pandemie betroffen - Johnson aus Klinik entlassen

<p>In Großbritannien erwartet die Wellcome-Stiftung die höchste Corona-Todesrate.</p>
In Großbritannien erwartet die Wellcome-Stiftung die höchste Corona-Todesrate. | Foto: afp

Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, am Sonntag dem britischen Sender BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. „Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz“, so Farrar.

Die Zahl der in den britischen Statistiken erfassten Todesfälle bei mit dem Coronavirus infizierten Menschen drohten noch am Sonntag die 10 000er-Marke zu überschreiten. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher liegen dürfte, vor allem weil viele Opfer in Altersheimen noch nicht eingerechnet worden sind.

Großbritannien hat den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Es wird daher vermutet, dass die Ausgangsbeschränkungen verlängert werden. Im Land mangelt es vor allem an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode.

Die in London ansässige Wellcome-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der weltweiten Gesundheit ein.

Boris Johnson: „Ich verdanke ihnen mein Leben“

Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Sonntag derweil aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er werde auf Anraten der Ärzte aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher in London mit. Johnson wolle allen im St. Thomas' Hospital für die „brillante Pflege“ danken, die er erhalten habe, so der Sprecher. Der 55-Jährige werde sich auf dem offiziellen Landsitz des Premiers, Chequers in der Nähe von London, erholen.

Schon am Vortag hatte sich Johnson bei den Mitarbeitern des St. Thomas' Hospitals bedankt. „Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben“, sagte der Premier in einer knappen Mitteilung am späten Samstagabend. (dpa/red)

<p>Der britische Premierminister Boris Johnson hatte nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht.</p>
Der britische Premierminister Boris Johnson hatte nach einer Infektion mit dem Coronavirus mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht. | Foto: afp

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