Wertschätzung nicht nur in Corona-Zeiten

Im Kommentar erklärte Carsten Lübke, dass nicht die „Schlipsträger 'von oben'“, sondern die „Malocher 'von unten'“ der Gesellschaft in diesen Krisenzeiten der Gesellschaft ein zivilisierteres Zusammenleben ermöglichen. Sie seien es, die das System einmal mehr aufrechterhalten. Am 28. März plädierte Michael Balter dafür, dass Politiker freiwillig die Kürzung ihrer Bezüge um mindestens 30 Prozent beschließen sollten, weil viele Belgier jetzt weniger verdienen und die Parlamente praktisch nur im Notdienst tätig seien. Und Annick Meys schrieb in ihrem Beitrag über das Eupener Krankenhaus, „während man „draußen“ befürchtet, das Klopapier könnte knapp werden, hat man im Krankenhaus echte Sorgen“. Unter Berücksichtigung unseres komplexen Zusammenlebens sind das alles sehr simple Darstellungen und Ansätze.

Wir brauchen keine Schwarz-Weiß-Denker, die Menschen nur hervorheben können, indem sie andere herabsetzen. In Zeiten sozialer Distanz (und auch sonst!) brauchen wir niemanden, der die Distanz in den Köpfen und Herzen vergrößert. Und wir brauchen auch niemanden, der den Menschen, die dieses Vorgehen immer noch als Lösung ansehen, unkritisch und ohne Gegendarstellung eine mediale Plattform bietet. Natürlich leisten die Menschen, die die Medien jetzt plötzlich als Helden bezeichnen, einen wichtigen Beitrag für ein weiterhin zivilisiertes Zusammenleben. Aber nicht nur sie.

Wir alle tun das. „Die da oben“ und „die da unten“. Auf vielfältigste Weise. Jeder in seinem Umfeld, jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten. Viele Menschen wissen und wertschätzen das. Was wir jetzt noch brauchen, sind Medienbeiträge, die das auch vorurteilsfrei weitertragen. Nicht nur in Corona-Zeiten.

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