Ich bin erschüttert über das magische Gottesverständnis, mit dem Papst Franziskus durch Rom zum wundertätigen Pestkreuz pilgert und die Wundervorstellung, mit der er am Freitag die Corona-Epidemie beschwören wollte: Pestkreuz, Monstranz und Segen urbi et orbi. Und wenn Gott diese Epidemie denn jetzt stoppen würde, wie erschüttert müssen jene zig Tausende sein, die inzwischen einen lieben Menschen verloren haben! Wo war denn dieser wundertätige Gott in den Wochen vorher? Waren diese Menschen größere Sünder? Nein! Schrecklich wie die Kirchenleitungen diese Krise managen! Alles Mögliche und Unmögliche, um die Macht des Klerus zu retten! Ein wundertätiger allmächtiger Gott legitimiert natürlich auch eine Machtkirche und einen Machtklerus. Plötzlich können Messen auf unbegrenzte Zeit ausfallen, sonst konnten es nicht genug sein. Oder über Medien werden Geistergottesdienste vor leeren Kirchen gefeiert mit dem Zelebranten im vollen Ornat im Mittelpunkt.
Kirche quo vadis? Jetzt wäre der Zeitpunkt für mutige Bischöfe: „Wir laden zur Hauseucharistiefeier ein; wir befähigen die Familienoberhäupter, Männer wie Frauen, das Abendmahl mit den Ihren um den Familientisch zu feiern. Wir geben liturgische Hilfestellungen. Aber sprecht die Einsetzungsworte, brecht das Brot miteinander.“ Das könnte Kirche verlebendigen. Der Standby-Modus wird sie weiter lähmen.
Kommentare
Der Vatikan sollte mal besser etwas Geld statt Segen spenden. Beides geht ja auch!
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