Nach Briefbomben in Niederlanden: Belgiens Post rüstet auf

<p>Rettungsdienste stehen vor einem Postverteilerzentrum in der Stadt Kerkrade, nachdem dort eine Briefbombe explodiert ist.</p>
Rettungsdienste stehen vor einem Postverteilerzentrum in der Stadt Kerkrade, nachdem dort eine Briefbombe explodiert ist. | Foto: belga

Die Explosionen ereigneten sich am Morgen in Postverteilungszentren in Amsterdam und in Kerkrade, unweit der belgischen Grenze.

In den vergangenen Wochen waren in mehreren Unternehmen, aber auch bei Organisationen in den Niederlanden Briefe entdeckt worden, die mit Sprengstoff gefüllt waren. Bislang war es nie zu einer Explosion gekommen. Inwiefern die Bomben vom Mittwoch mit den vorher verschickten Nachrichten in Zusammenhang stehen, ist bislang völlig unklar.

Nach Angaben der Zeitung „De Telegraaf“, die sich auf „gute Quellen“ beruft, verlangt der mysteriöse Absender der Briefbomben nun einen Betrag in Bitcoins, der weltweit führenden Kryptowährung. Sollte die Summe X, die aufgrund von Ermittlungszwecken nicht öffentlich bekannt ist, nicht gezahlt werden, droht der Täter, neue Briefe mit Sprengstoff zu verschicken.

Auch in Maastricht wurde am Mittwoch ein verdächtiges Paket in einer Bankfiliale von ABN AMRO gefunden. Es enthielt jedoch keinen Sprengsatz. In dem Paket war eine Computermaus enthalten, wie die niederländische Polizei mitteilte. Nach der Entdeckung des verdächtigen Briefes wurde das Gebiet abgesperrt. Die Sperrung ist inzwischen aufgehoben worden.

In Belgien wird vorgesorgt

Das belgische Postunternehmen bpost hat nun Sicherheitsmaßnahmen als Reaktion auf die Vorfälle im Nachbarland ergriffen. „Die Sicherheit unserer Kollegen ist uns wichtig“, erklärte Pressesprecherin Barbara Van Speybroeck am Mittwoch. „Bpost verarbeitet täglich mehr als sieben Millionen Briefe und etwa 300.000 Pakete. Diese Briefe und Pakete gehen durch hochautomatisierte Sortierzentren. Die gesamte Kette wurde so weit wie möglich optimiert“.

Van Speybroeck betonte auch, dass eine individuelle Kontrolle jedes einzelnen Briefes oder Pakets in Belgien aufgrund der Privatsphäre unmöglich und illegal sei. „Das Öffnen eines Briefs oder Pakets kann nur in Zusammenarbeit mit der Polizei oder dem Zoll erfolgen, die regelmäßig Kontrollen in den Sortierzentren durchführen. Bpost steht in engem Kontakt mit der Polizei und hat in Absprache mit den Strafverfolgungsbehörden mehrere Maßnahmen ergriffen.“ (dpa/belga/alno)

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