Doch Nagelsmann wehrte sich gegen diese Rolle - und wollte sie nicht einmal für das wegweisende Duell annehmen. „Im Fußball mit so wenigen Toren kann jeder gegen jeden gewinnen“, sagte Nagelsmann, der beide Mannschaften auf Augenhöhe sieht: „Das ist ein Spitzenspiel, wir versuchen alles reinzuwerfen.“
Für Leipzig und Gladbach geht es um viel. RB will nach dem Rückschlag in Frankfurt (0:2) und dem Wirbel um die Friseur-Affäre wieder punkten. Nach sieben Wochen an der Spitze droht der Verlust der Tabellenführung, sogar bei einem Remis könnte das Nagelsmann-Team von Rang eins verdrängt werden. Um das zu verhindern, hatte der 32 Jahre alte Coach zuletzt die Zügel angezogen. Mit seiner Gipfelkreuz-Rede kritisierte er die Einstellung seiner Mannschaft, rüttelte die Profis damit wach. „Ich glaube, wenn man ganz ehrlich ist, hatte der Trainer recht“, sagte Torhüter Peter Gulacsi über Nagelsmanns Wutrede. Eine passende Reaktion soll auf dem Platz folgen - und ist auch hinsichtlich der kommenden Aufgaben notwendig. Bis Ende Februar tritt RB unter anderem noch bei Rekordmeister Bayern München und Schalke 04 an. Gegen Gladbach kann Leipzig die Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde legen. „Es ist einfach ein geiler Moment für uns in der Liga“, sagte Gulacsi: „Wir wollen unsere Auftritte in diesen Topspielen unbedingt verbessern.“
Gladbach, das mit einem Sieg an RB vorbeiziehen würde, will derweil vor allem seine Auswärtsbilanz verbessern. Zuletzt holte Gladbach nur einen Punkt aus vier Auftritten in der Fremde, verlor unter anderem bei Union Berlin (0:2) und dem VfL Wolfsburg (1:2). Will die Borussia den Traum von der Champions League oder sogar mehr realisieren, muss auswärts besser gepunktet werden. „Für uns geht es darum, solche Spitzenspiele zu gewinnen, wenn wir oben dran bleiben wollen. Das ist für uns der nächste Schritt“, sagte Trainer Marco Rose. (sid)

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