Rudy Pevenage plante Dopingprogramm in Kelmis

<p>Rudy Pevenage im Jahr 2003</p>
Rudy Pevenage im Jahr 2003 | Archivfoto: belga

Pevenage äußert sich in seinem Buch ausgiebig über die dunklen Seiten des Pelotons: Korruption und Doping. In seinem Buch, das den Titel „Der Rudy“ trägt, gibt er zu, dass er während seiner Karriere selbst gedopt hat. Außerdem erklärt Pevenage, wie er seinem damaligen Schützling Jan Ullrich beim Doping geholfen hat.

In seiner Biografie nimmt der Flame kein Blatt vor den Mund. „Ich habe keine Angst mehr vor Reaktionen oder Bemerkungen, ich erzähle viel in dieser Biographie“, heißt es beispielsweise im Vorwort: „Ich möchte niemanden verletzen, sondern die Wahrheit darüber sagen, was ich durchgemacht und gesehen habe“, so Pevenage weiter.

So verrät er, wie Spitzensportler Rennen kauften, wie er Geld bot, um Rennen zu gewinnen, wie er Doping nahm und wie er Sportlern beim Doping half. Über doppelwandige Cola-Dosen, Blutbeutel in leeren Milchkartons und Mountainbike-Kuriere.

Eine besondere Anekdote aus ostbelgischer Sicht handelt von der Tour de France 2004, die in Lüttich startete. „Vor dem Start der Tour habe ich mir ein Zimmer im ruhigen Park-Hotel in Kelmis gebucht. Ich hatte um einen zusätzlichen Kühlschrank gebeten, und dieser wurde auch in meinem Zimmer aufgestellt. An diesem Tag besuchte mich der ehemalige Mountainbiker Alberto Leon, wir nannten ihn Ali Baba, er kam mit dem Schnellzug über Bordeaux und Paris nach Lüttich“, erklärt Pevenage.

Das Hotel sei „nett“ und „weit genug vom Grand Départ der Tour“ entfernt gewesen. Am nächsten Abend seien auch die Ärzte José Luis Merino und Eufemiano Fuentes in das Hotel gekommen. Dort sei dann eine Liste von Fahrern entstanden, denen Ali Baba die Mittel bringen sollte. „Er hat das auf meinem Mountainbike gemacht, und die Pakete waren in seinem Rucksack. Ali Baba war ein perfekt aussehender Tourist“, so Pevenage: „Die Blutbeutel wurden sorgfältig in leere Milchkartons verpackt und mit einem Code versiegelt. Der Plan war, sie dem richtigen Fahrer gleich nach dem Abendessen in den jeweiligen Hotels zu übergeben. Manchmal geschah das auch tagsüber.“ (svm)

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