100 Jahre Belgien und kein Ende in Sicht

<p>Baltias Antrittsbesuch in Eupen: Der General war als Symbol für den mangelnden Respekt des Willens der Bevölkerung alles andere als willkommen.</p>
Baltias Antrittsbesuch in Eupen: Der General war als Symbol für den mangelnden Respekt des Willens der Bevölkerung alles andere als willkommen. | Foto: Staatsarchiv

Der nahezu wie ein Kolonialherrscher mit weitestgehender Macht ausgestattete General Baltia sollte die Menschen in „Neubelgien“, wie man die Gebiete im Inneren Belgiens allgemein bezeichnete, „wieder“ in den „Schoß des belgischen Vaterlandes“ führen: So steht es in der Proklamation, die Baltia am 11. Januar 1920 veröffentlichte: als „der Königliche Hohe Kommissar“, Gouverneur der mit Belgien vereinigten Gebiete.

Für die Menschen im Eupener und St.Vither Land begann eine neue Epoche, deren Start mehr als holprig verlief. Denn anders als vom damaligen amerikanischen Präsidenten Wilson in seinem noch während den Kriegsjahren veröffentlichen 14-Punkte-Plan proklamiert, wurde das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ in Eupen-Malmedy – und nicht nur dort – eher mit Füßen getreten. Die Volksbefragung, durch die dem hehren Prinzip genügt werden sollte, war von vorneherein vom Völkerbund selbst so ausgelegt worden, dass sie nur einen einzigen Ausgang kennen konnte: die Eingliederung der beiden Kreise ins Königreich Belgien.

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