Thomas Brüll war seit zwölf Jahren als ÖSHZ-Sekretär in Raeren tätig. Mit seinem Wechsel ins Kabinett von Sozialminister Antonios Antoniadis (SP) rückt seine bisherige Stellvertreterin auf. Nach 17 Jahren kennt sie die Tätigkeit aus dem Effeff.
Das ÖSHZ in Raeren will nicht nur fördern, sondern auch fordern.
Die 1967 in Büllingen geborene und seit 1991 mit ihrem Mann und ihrer Familie in Raeren wohnhafte Claudia Kirschfink-Fonk ist seit 2002 in den administrativen Diensten der Gemeinde und des Sozialhilfezentrums Raeren tätig, als rechte Hand zunächst von Hubert Aussems und danach von Thomas Brüll, deren Arbeit sie in Kontinuität fortsetzen will. Sie ist stolz auf ihren Arbeitsplatz: „Wir haben an der Burgstraße hervorragende Räumlichkeiten und Arbeitsbedingungen. Das ÖSHZ Raeren ist gut aufgestellt, es ist modern und äußerst vielseitig“, sagt sie und listet einige der Tätigkeiten ihrer Einrichtung auf: Essen auf Rädern, Haushaltshilfe, Hausnotrufgeräte, rollende Wäschekiste, Schuldnerberatung, Rentendienst usw...
Das ÖSHZ ist nach dem Verständnis der Raerener Dienststelle jedenfalls weit mehr als eine „Zahlstelle für Bedürftige“.
Ferdy Leusch, seit einem Jahr Präsident des ÖSHZ, nutzt die Vorstellung der neuen Sekretärin ebenfalls zu einer positiven Zwischenbilanz: „Der nach den Wahlen neu eingesetzte Sozialhilferat hat sich sehr gut eingearbeitet und wir sind stolz auf die zahlreichen und gut funktionierenden Aktivitäten“, stellt er fest.
Besonders die Integration durch Arbeit hebt er hervor, und nennt die Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Gemeinde als gutes Beispiel für berufliche Eingliederung. „Ziel ist es, die Menschen eher in Brot und Arbeit zu bringen, als sie finanziell zu unterstützen“, sagt Leusch. Oder anders ausgedrückt: „Wir wollen nicht nur fördern, sondern unsere Kunden auch fordern.“
Auch die Hausaufgabenschule spricht er an, ein erfolgreiches Projekt, das durch die Zusammenarbeit des ÖSHZ mit den Verantwortlichen der vier Raerener Schulen und der beiden Jugendheime entstanden ist. 45 Primarschüler werden hierbei betreut, und es gibt eine Warteliste von weiteren Interessenten. Seit Kurzem ist hier eine Koordinatorin tätig, sodass man einen weiteren Ausbau der Initiative anstrebt – immer mit dem Ziel, „durch gute außerschulische Betreuung mit dazu beizutragen, dass diese Kinder nicht später einmal Kunden des ÖSHZ werden“. Besonders froh sind sowohl der Präsident des ÖSHZ als auch dessen neue Sekretärin über die weiter wachsende finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung. „Raeren ist was das Einkommen der Bewohner betrifft, statistisch gesehen die reichste Gemeinde Ostbelgiens. Aber Armut gibt es auch bei uns, selbst wenn man sie nicht sieht“, sagen die beiden. Bei der Bekämpfung dieser Armut und bei der Unterstützung in Notfällen helfen neben der im vierten Jahr gleich bleibenden Dotation der Gemeinde (990.000 Euro) auch die Spenden aus der Bevölkerung. Ein Beispiel: Der Weihnachtsbaum mit Zetteln, die bedürftigen Kindern ein Weihnachtsgeschenk ermöglichen sollen, ist schon leergefegt – alle Zettel mit Kinderwünschen haben schnell Abnehmer gefunden.
Auch diese Akzeptanz des Sozialhilfezentrums in der Bevölkerung ist für Claudia Kirschfink-Fonk ein Grund zur Freude an ihrer Arbeit: „Durch die zahlreichen Dienstleistungen an der Bevölkerung ist das ÖSHZ gut etabliert und bekannt.“ Als Sekretärin will sie künftig dazu beitragen, dass diese gute Vernetzung im Dorf und der „kurze Weg“ zur Burgstraße 42 erhalten bleiben.

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