Seitdem Marc Coucke den Verein verkauft bzw. für den RSC Anderlecht verlassen hat, bezahlt der KV Oostende die durch Coucke finanzierte Haupttribüne mit 1,2 Millionen Euro jährlich zurück. Wie die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ berichtet, ist das aber längst nicht alles: Neben der Haupttribüne schuldet der KV Oostende seinem ehemaligen starken Mann noch 6,2 Millionen Euro. Eine Summe, die wohl aus dem überhasteten Verkauf des KV Oostende durch Coucke entstanden ist. Nachdem er beim RSC Anderlecht das Ruder übernommen hatte, musste er Ostende in weniger als drei Monaten loswerden.
Anders, als KVO-Präsident Frank Dierckens noch vor zwei Wochen beteuerte, sollen die Verhandlungen zwischen Ostende und Coucke im Stadion-Dossier festgefahren sein. Zudem erhöht die Stadt den Druck auf den Unternehmer, betont aber gleichzeitig, keine finanzielle Hilfe für den angeschlagenen Erstdivisionär zu leisten.
Ein Kauf des Stadions – nur mit Hilfe der Stadt möglich – kommt also nicht in Frage. „Wir werden mit Sicherheit keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen“, heißt es. Die Zukunft des Klubs stehe auf dem Spiel, so ein Stadtvertreter, „als Folge der Art und Weise, wie Coucke den Klub hinterlassen hat. Dafür muss er auch die Verantwortung tragen“. Aus Sicht des KV Oostende deutet vieles daraufhin, dass nur ein neuer Investor das so dringend benötigte Geld beschaffen kann.
Coucke selbst macht keine Anzeichen, seinem Ex-Klub entgegenzukommen und auf sein Geld zu verzichten. Stattdessen kommt der Geschäftsmann in ihm zum Vorschein – und der darauf pocht, seine Investitionen eines Tages wieder zu sehen.
Wie „Het Laatste Nieuws“ weiter berichtet, muss die noch offene Schuld in relativ geringer Zeit durch den KV Oostende beglichen werden. Ansonsten droht der Verlust der Profilizenz für die kommende Saison. Coucke wäre dann am Sonntag zum letzten Mal mit dem RSC Anderlecht an der Küste zu Gast. Weil der Milliardär für viele Fans der Hauptverantwortliche für die finanzielle Schieflage des Vereins ist, wurde für das Spiel am Sonntag Sicherheitspersonal eingestellt. Ein „Bewacher“ wird Coucke auf dem Weg von seinem Auto ins Stadion begleiten und während und nach dem Essen der Klubverantwortlichen nicht von seiner Seite weichen. (mn)

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